Wir tauchen in den Wald ein und steigen höher und höher. Da kommt eine Pause am ersten See des heutigen Tages genau richtig. Wir erreichen den Schurmsee (https://www.schwarzwald-informationen.de/schurmsee.html). Was für ein schönes Biotop. Während wir so auf das Wasser schauen, fallen uns die ganzen Frösche auf, die im Wasser so dahin schwimmen. Anschließend umrunden wir den See. Doch Vorsicht! Alle paar Meter kreuzt ein Frosch den Weg und wir sehen diesen meist erst in allerletzter Sekunde. Nur nicht drauf treten.
Vom See geht es auf nicht mehr oft begangenen Wegen weiter hinauf bis zur Schurmseehöhe. Ein herrlicher Fleck für eine Pause, der Ausblick von oben über den See und den Schwarzwald ist sehr lohnenswert. Danach geht es stetig abwärts nach Zwickgabel. Der Abstieg wird nur kurz unterbrochen von einem Abstecher zum zweiten See, dem Blindsee (https://www.schwarzwald-informationen.de/blindsee.html). Der heißt so, da er fast komplett verlandet ist und man nicht mehr viel von ihm sehen kann.
Bei Zwickgabel überqueren wir den Langenbach. Im Tal steht die idyllische, hübsch anzusehende evangelische Kirche. Diese ist aber nicht ganz so atemberaubend, wie der folgende Anstieg Richtung Huzenbacher See. Über mehrere Kehren erarbeiten wir uns Höhenmeter um Höhenmeter. Auch hier führt unser Track immer wieder über nicht mehr begangene Abschnitte. Ab und zu versperren auf diesen umgefallene Bäume den Weg und erschweren das Weiterkommen. Oben angekommen nehmen wir einen anderen Weg, um am Huzenbacher Seeblick vorbei zu kommen. Der Ausblick ist ebenso schön wie über den Schurmsee. Vor einigen Jahren war ich schon mehrmals am Huzenbacher See (https://www.schwarzwald-informationen.de/huzenbacher-see.html). Dieses Mal kommen wir allerdings nicht direkt daran vorbei. Der Abstieg ist aktuell gesperrt. Der ehemals hübsche Wald ist komplett kaputt, es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld. Kaputte Bäume liegen verstreut wie Mikado-Stäbchen. Sehr traurig. Hoffnung machen die vielen kleinen Bäume, die man an mehreren Stellen schon nachkommen sieht. Also gehen wir auf einem alternativen Abstieg Richtung Schönmünzach.
Erst oberhalb von Huzenbach treffen wir wieder auf den ursprünglichen Weg. Oberhalb des Tals laufen wir zurück nach Schönmünzach. Die beiden Seen Schurmsee und Huzenbacher See sind das Highlight dieser Tour. Die gewählten Wege waren uns meist zu breit. Warst du schon mal an einem der beiden See?
Vor einigen Jahren war ich mal in Luxemburg wandern. Schon damals war ich von der Schönheit der Luxemburger Schweiz begeistert. Nicht verwunderlich, dass ich bald mal wieder zurückkehren wollte. Von Baden-Württemberg aus ist Luxemburg ziemlich schnell zu erreichen, in 2 1/2 Stunden ist man mit dem Auto dort. Perfekt für ein längeres Wochenende. So verbrachten wir das vergangene Osterwochenende in dieser schönen Region. Wir hatten ein Hotel in Berdorf und haben dann täglich Tageswanderungen unternommen. Man ist in Luxemburg nicht zwingend auf ein Auto angewiesen, der öffentliche Verkehr ist kostenlos, ein schöner Nebenaspekt. Aber kommen wir mal zu den einzelnen Wanderungen: wir wollten unbedingt den Mullerthal Trail erwandern. Dieser setzt sich aus drei einzelnen Routen mit jeweils etwas weniger als 40 km zusammen, die perfekt von Berdorf aus zu erreichen sind. Details zum Mullerthal Trail findest du hier: https://www.mullerthal-trail.lu/de
Wir starten von Berdorf aus. Kaum haben wir den Ort verlassen, geht es schon durch eine Felsschlucht. Sehr beeindruckend. Das macht Lust auf mehr. Ich könnte jetzt jedes Felsmassiv aufführen, welches wir passieren, da kommen wir hier aber nicht zum Ende. Deshalb werde ich einzelne Highlights erwähnen. Mächtig erhebt sich der Predigtstuhl direkt neben der Straße. So geht es weiter bis nach Mullerthal. Hier wird es meist etwas trubeliger. Doch heute sind wir fast noch alleine. Entlang der Schwaarzlernz wird es romantisch. Der idyllische Schiessentümpel hat es uns besonders angetan. Im Anschluss warten weitere sehenswerte Gesteinsbrocken, unter anderem die Eulenburg und der Goldkaul. Überall blühen aktuell die weißen Anemonen, ein himmlischer Anblick. Beim Rittergang und den Felsspalten der Kuelscheier kann man selbst seine Körpermasse testen. An manchen Stellen sind die Durchgänge so eng, dass man kaum durch kommt. Danach wird es erstmal ein wenig zahmer. Der Abstand zu den Felsen ein wenig größer. Nach einem Stück über Felder steigen wir wieder ins Tal ab und kommen bei der früheren Einsiedelei von Michel vorbei. Über Scheidgen nähern wir uns Echternach. Immer wieder begleitet von hübschen Felsformationen. Vom Wanderweg haben wir zwei schöne Ausblicke über die Stadt mit ihrer mächtigen Basilika. Den Abstieg nach Echternach sparen wir uns aber, das machen wir die kommenden Tage. Danach folgt mein Highlight der Tour, die Wolfsschlucht. Diese hatte ich noch von damals in Erinnerung. Auf den verbleibenden Kilometern kommen wir noch an weiteren schönen Felsen vorbei. Kurz vor Berdorf beeindruckt mich die schöne Höhle Hohllay. Auch ein Amphitheater gibt es hier. Einfach eine wunderschöne Natur. Wir freuen uns aber auch, dass es von hier nur noch etwas mehr als 1 Kilometer zum Ziel ist. Das Abendessen wartet.
Nach gestern hatten wir richtig Lust auf die nächste Teilstrecke des Mullerthal Trails. Unsere Wahl fiel auf die Route 1. Leider war das Wetter heute nicht ganz so stabil, es kam öfter mal leichter Nieselregen, der aber immer mal wieder von Sonnenstrahlen abgelöst wurde, typisch April eben. Die Route heute war vom Charakter komplett anders, eine schöne Abwechslung. Wir beginnen auf dem Parkplatz des Lac d‘Echternach. Durch hübschen Wald geht es gleich gut bergauf. Oben angekommen können wir schön auf den See blicken. Auf breiten und mal schmalen Wegen geht es ein gutes Stück durch den Wald weiter. Erst kurz vor Herborn verlassen wir diesen. Die Kirche in Herborn ist zu beiden Seiten des Ortes weithin sichtbar. Unser erster Snack des Tages ist ein Geschenk aus Neuseeland, ein genialer OSM Riegel, Erinnerungen an meine Te Araroa Wanderung kommen hoch. Hübscher Wald führt uns weiter nach Mompach. Hier wandern wir auf ein Plateau von dem man herrliche Sichten über die Landschaft hat. Auch die Kirche von Girsterklaus können wir in der Ferne schon sehen, nichtsahnend, dass bis dahin noch etliche Kilometer auf uns warten. Vom Plateau wandern wir durch das Naturreservat Deiwelskopp geht es hinab Richtung Moersdorf. Hier ist alles vermoost und überall verstreut im Wald liegen vermooste Steinhaufen. Oberhalb der Sauer geht es auf und ab Richtung Born und weiter Richtung Girst. Vor Girst wartet der hübsche Bach Girstergriecht auf uns. Mehrmals überqueren wir den Bach in seinem hübschen Tal. Bevor wir Girsterklaus erreichen steigen wir hinab zum Girsterbach, der noch idyllischer ist als der Bach davor. Die Kapelle von Girsterklaus ist aus der Nähe noch hübscher als aus der Ferne zuvor. Auf hübschen Wegen geht es leicht abfallend hinab bis nach Rosport. An dessen Eingang erwartet uns der hübsche Park um das Musée Tudor, sogar einen Reiher können wir bewundern. Leider geht es dann von Rosport noch mal ein gutes Stück nach oben. Als wir nicht mehr damit rechnen, wird der Weg nochmals traumhaft schön. Bis kurz vor Echternach marschieren wir wie gestern durch eine herrliche Felslandschaft. Dennoch sind wir froh, das Ufer der Sauer zu erreichen. Auf einem flachen Weg wandern wir an dem Grenzfluss entlang bis nach Echternach. Vorbei am Pavillon, der mächtigen Basilika und dem hübschen Marktplatz geht es Richtung See, dem Start dieser herrlichen Runde.
Aller guten Dinge sind drei. Nach diesem Motto ging es heute auf die letzte Route des Mullerthal Trails. Eine wahre Freude, wie leer früh morgens noch alles ist. Wir sollten heute beides erleben. 🙈 Am Morgen haben wir noch das ganze Tal für uns alleine. Entlang der Schwaarzlernz geht es Richtung Halerbaachtal. Und dort entweichen unserer Kehle kleine Freudenjauchzer. Wir haben das ganze Tal für uns alleine. Der Weg führt immer am Bach entlang leicht aufwärts. Das Wasser umspült moosbewachsene Felsen. Und auf beiden Seiten rahmen die gewohnten Felsen das Tal ein. Ein wahrer Traum. Unterhalb des Reimerkapp wechselt der Weg ins Haupeschbaachtal. Erst an dessen oberem Ende kommen uns 2-3 Wanderer entgegen. An einem der Felsen ist ein Relief mit dem Titel L‘Indigène abgebildet. Kurz vor dem Schloss Beaufort wird es dann voller. Das Schloss selbst ist eine wahre Augenweide. Ein paar Meter weiter kommen wir an den Grundrissen eines historischen Badehauses vorbei. Wenig später erreichen wir den hübschen See Ale Weiler. Damit wir nicht ganz aus dem Häuschen geraten, flacht der Weg im Anschluss erstmal ab. Bald erreichen wir eine Hochebene. Wir erfahren, warum hier Windräder stehen. Der Wind pfeift uns bitterkalt um die Ohren. Erst als wir wieder eine kleine Baumreihe erreichen, wird es erträglicher. Bevor wir Larochette erreichen, gewährt uns ein Aussichtspavillon eine herrliche Aussicht über den Ort und die darüber wachende Burg Fiels. Der Trail führt in den Ort hinunter und im Anschluss gleich wieder hinauf. Unspektakulär führt der Weg die nächsten Kilometer weiter durch Wald und über Felder, mal runter, mal hoch. So kommen wir an Heffingen-Supp, Reuland und Blumenthal vorbei. Nach Blumenthal wartet der letzte größere Aufstieg auf uns. Beim Abstieg bauen sich so langsam wieder Felsen am Wegesrand auf. Allerdings sind wir zu sehr vom Zustand des Waldes abgelenkt. Überall liegen die Fichten wie Mikado Stäbchen übereinander. Vorbei an Marscherwald steigen wir weiter ab ins Tal der Schwaarzlernz, an der wir heute Morgen gestartet sind. Wir folgen ihr oberhalb. An der Kallektuffquell trifft uns der Touristenschock. Wie immer, wenn ein Parkplatz in der Nähe ist, wimmelt es von Highlight-Suchern. Da wir vor zwei Tagen für uns alleine schon am Schiessentümpel waren verlassen wir hier die Route 3 und bleiben stattdessen oberhalb auf einem anderen Weg, um den Massen ein wenig aus dem Weg zu gehen. Von hier sind wir dann nach wenigen Minuten wieder zurück am Parkplatz.
Welche Route war nun die schönste? Schwere Frage. Route 2 hat sicherlich sehr sehr viele hübsche Felsen, aber fast ein wenig Felsenoverload. Die anderen beiden waren abwechslungsreicher, hatten aber auch mal schwächere Abschnitte. Im Grunde sollte man sie aber alle mal gesehen haben.
Irgendwann geht auch ein langes Osterwochenende zu Ende. Da das Wetter aber so herrlich war und wir eh schon in der Nähe waren, bauen wir auf dem Rückweg noch ne kleine Tour ein. Im Hotel sind wir auf eine kleine Tour bei Schengen aufmerksam geworden, die Traumschleife „Schengen grenzenlos“. Und tatsächlich schon auf dem Weg dahin erfahren wir die Vorteile der offenen Grenzen Europas. Von Luxemburg geht es nach Deutschland und kurz vor der französischen Grenze wieder zurück nach Luxemburg und gerade in der heutigen Zeit sollte man das umso mehr zu schätzen wissen. Bevor wir auf die eigentliche Tour starten, machen wir noch nen kurzen Abstecher ans Moselufer zum Musée Europeen Schengen. Auch zwei kleine Stücke Berliner Mauer befinden sich dort. Dann kann es los gehen. Der Anfang beginnt sportlich. Über Weinhänge und durch hübschen Wald geht es zum Aussichtspunkt über die Mosel und Schengen. Bald verlassen wir den Wald und laufen über weite Felder. In der Ferne strecken die Türme des Kernkraftwerks Cattenom ihren Kopf in den Himmel. Wir steigen hinab zum nächsten Aussichtspunkt über die Mosel bei Contz-les-Bains. Bevor wir den Stromberg erklimmen, statten wir der kleinen Kapelle Notre Dame des Sept Douleurs einen Besuch ab. Von den Felsen des Strombergs genießen wir den Blick über Frankreich unter uns. Genau unter diesen Felsen führt der Weg gleich in einer Schleife entlang. Der Rückweg führt meist oberhalb von Weinlagen entlang. Nur am Ende geht es noch mal kurz durch den Wald. An dessen Rand wartet dann noch eine Schaukel auf uns. Sie bietet einen herrlichen Blick ins Moseltal. Eine perfekte kleine Runde zum Beine vertreten.
Du hast jetzt auch Lust bekommen, in Luxemburg wandern zu gehen? Neben den oben genannten Wanderungen gibt es noch zahlreiche, auch kürzere Runden entlang hübscher Felsen. Eine Auswahl alternativer Touren findest du hier: https://www.naturwanderpark.eu/wanderwege
Warst du schon mal in Luxemburg? Ich freue mich über deine Erlebnisse und Feedback in den Kommentaren.