Schlagwort: Lykischer Weg

  • Lykischer Weg – Tag 2: Kabak – Bel

    Lykischer Weg – Tag 2: Kabak – Bel

    21,5 km; 1.350 hm aufwärts; 940 hm abwärts

    Gestern hatten wir uns auf eine entspannte Nacht gefreut. Und was machen wir die halbe Nacht? Stechmücken jagen. 😜 Aber hilft ja nichts.

    Heute Morgen haben wir dann den Tag mit einem herrlichen Frühstück mit Ausblick auf die Küste begonnen. Wir lernen Joe kennen, der auch den ganzen Weg gehen möchte. Vielleicht sehen wir uns noch mal, wer weiß. Sobald wir Kabak verlassen, zieht der Weg an. Mehrmals sind wir froh, dass wir gestern nach der Hälfte aufgehört haben. Diesen Anstieg hätten wir nicht mehr geschafft. Es ergeben sich herrliche Blicke hinein in die Schlucht und hinunter auf den Strand von Kabak. Der Weg steigt weiter und weiter. Schon um zehn ist es unglaublich warm. Ich schwitze wie ein Schwein. 😊

    Kurz vor Alinca kommen wir auf eine grüne Lichtung und was sehen wir? Eine Schildkröte. Die futtert sich gemütlich durch die Wiese. Fehlt auf unserer Liste nur noch ein Skorpion. Vielleicht sehen wir den in den kommenden Tagen auch noch. Oben in Alinca angekommen, gönnen wir uns ne kalte Cola. Dann geht es wieder mit Küstenblick hinab. Von oben haben wir geniale Blicke auf das blaue Wasser. Wie wir so dahin laufen, rutschen uns jeweils unter dem Körper die Beine weg und jeder von uns landet mal auf seinem Hintern.

    Bald kommen wir an einer osmanischen Zisterne vorbei. Über Jahrhunderte dienten diese als lebenswichtige Wasserspeicher für Hirten und Wanderer. Noch zweimal zieht der Weg heute richtig nach oben an und das in der prallen Sonne. In den zahlreichen Olivenhainen spenden die Bäume kühlenden Schatten. Direkt am Ortseingang von Yediburunlar kehren wir in ein kleines Lokal ein und stärken uns.

    Noch einmal heißt es für heute absteigen und wieder hinauf. Dieses Mal werden wir von zahlreichen Ziegen begleitet, die von den wenig nährreichen Büschen knabbern. Wir passieren ein mächtiges lykisches Grab. Am Ende des Anstiegs liegt Bel. Wir bleiben heute Nacht auf dem Campingplatz Nasuh. Nina, eine Ukrainerin, die seit 2003 in der Türkei lebt, zeigt uns alles. Aber der absolute Star ist ein 2 Wochen altes Zieglein, welches keine Mutter mehr hat und seitdem im Camp lebt und aufgezogen wird. So süß!

  • Lykischer Weg – Tag 1: Ovacik – Kabak

    Lykischer Weg – Tag 1: Ovacik – Kabak

    22,9 km; 1.090 m aufwärts; 1.220 m abwärts

    Der Inhaber unseres Hotels, Giovanni, hat uns heute Morgen ein köstliches Frühstück serviert. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Startpunkt des Lykischen Wegs. Weithin sichtbar erhebt sich die mächtige Moschee über die Hauptstraße. Am Start empfängt uns ein großes Tor mit der Aufschrift Likya Yolu, hier sind wir wohl richtig. Gut, dass gerade ein paar Camper in der Nähe sind, das Foto ist gesichert. An der Flanke des Babadag geht der Weg gleich ordentlich nach oben. Je weiter wir steigen desto mehr sehen wir von der herrlichen blauen Lagune von Ölüdeniz. Wir kommen aber auch gleich richtig zum Schwitzen. An einem Aussichtspunkt über der Bucht werden frische Säfte zum Verkauf angeboten. Das werden wir heute noch öfter erleben.

    Sobald wir den höchsten Punkt erreichen, stehen da schöne halbvollendete stattliche Häuser mit der besten Aussicht. Mittlerweile tummeln sich darin Ziegen. Eine größere Herde kreuzt daraufhin auch unseren Weg. Vorbei an mehreren Cafés geht es abwärts. Der Weg geht in hübschen Wald über. Leider müssen wir den Weg kurz verlassen, da ein Imker gerade seine unzähligen Bienenvölker versorgt und uns zuruft, dass es zu gefährlich sei.

    Im nächsten Ort rasten wir in einem Café, bevor der finale Abstieg nach Hisar folgt. Hier ist das Etappenziel der offiziellen ersten Etappe. Wir kehren lecker ein. Ich bin gespannt, an welchem Tag Hang keine Köfte mehr essen will. Wir sind noch fit und wollen noch ein Stück weiter gehen. Zuerst machen wir einen Abstecher ins Schmetterlingstal. Dazu müssten wir aber auf Meereshöhe absteigen. Also verstecken wir die Rucksäcke im Gebüsch und beginnen den Abstieg. Wir werden von einem Seil und einer ziemlich großen Steilstufe überrascht. Nach der ersten Kletterei entscheiden wir, dass es uns den zeitlichen Mehrbedarf nicht wert ist und wir machen uns an den Wiederaufstieg hinauf zum Likya Yolu.

    Wieder zurück auf dem Original geht es gleich weiter durch hübschen Wald bergan. Oben machen wir Bekanntschaft mit der heimischen Tierwelt. Zuerst fliegt eine riesige Heuschrecke vorbei, wenig später rollen zwei Mistkäfer ein Stück Kot durch die Gegend. Bald haben wir einen schönen Blick zurück bis zur Bucht bei Ölüdeniz, da haben wir doch schon ein gutes Stück zurück gelegt. Durch hübschen Kiefernwald steigen wir ab nach Kabak. Bevor es nun wieder steil ansteigen würde, entscheiden wir uns für das Ende des ersten Tages. Wir brauchen nur noch einen Platz für die Nacht. Zufällig bekommen wir eine neue Unterkunft mit herrlichem Blick über die Küste bei Kabak. Hier lassen wir den Abend mit leckerem Essen ausklingen. Noch abschließend zum Thema Essen: wir sind etwas überrascht über das Preisniveau in dieser ländlichen Gegend. Aber wir lassen die Kulinarik natürlich dennoch nicht zu kurz kommen.

  • Auf nach Fethiye

    Auf nach Fethiye

    Früh am Morgen geht es los! Der Bus wurde um eine Stunde auf 8 Uhr vorverlegt. Wir laufen wieder an die Haltestelle von gestern, Ismetpasa und nehmen eine Minute später die Straßenbahn Richtung Busbahnhof. Ein Mann hört uns beim Reden zu und spricht uns an: „Höre ich deutsch?“. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt uns, dass er früher in Deutschland gearbeitet hat. Jetzt, in seiner Rentenzeit ist er wieder öfter für längere Zeit in seiner Heimat. Am Busbahnhof verschlingen wir das vom Hotel gerichtete Lunchpaket.

    Pünktlich geht es mit dem Kamil Koc, Kooperationspartner von FlixBus Richtung Fethiye. Sobald wir die Außenbezirke von Antalya verlassen, stiegt die Straße langsam an. Bis gut zur Hälfte der Strecke werden wir hinauf fahren, bevor es dann die zweite Hälfte abwärts geht hinunter zur Küste. Neben der Strecke erheben bis zu 2.700 m hohe Berge, einige von ihnen sind noch gut mit Schnee bedeckt. Wir schauen mal, ob wir unterwegs noch Gipfelabstecher einbauen können und wollen. Grün bewaldete Berge werden sich mit fruchtbaren Ebenen ab, in denen Tomaten und sehr viele Obstbäume angebaut werden. So langsam werden wie richtig heiß auf den Weg und wir wollen endlich in diese Natur eintauchen. Allerdings ist es auch schon recht warm, mal sehen, wie anstrengend es werden wird.

    Nach 3 1/4 Stunden Fahrzeit erreichen wir Fethiye. Vom großen Busbahnhof laufen wir weiter Richtung Zentrum, von wo wir später den Minibus nach Ovacik nehmen. Doch davor möchte ich noch eine historische Stätte besuchen. Oberhalb von Fethiye wurde ca. 350 v. Chr. das monumentale Felsengrab des Amyntas in die steile Felswand geschlagen. Überlegt euch mal, das Ding ist 2.400 Jahre alt. Eine Inschrift auf der linken Seite lautet übersetzt: „Amyntas, Sohn des Hermapias“. Er gehörte vermutlich zur Oberschicht der lykischen Gesellschaft. Außerdem hat man von hier oben eine schöne Aussicht auf Fethiye und seine Bucht mit dem Jachthafen.

    So viel Geschichte macht hungrig! Auf dem Rückweg kommen wie an dem süßen Café Köse Kahve vorbei. Hier genießen wir Ayran, Sandwiches und türkischen Kaffee. Wer es nicht kennt, aufpassen! Türkischer Kaffee wird nicht gefiltert, das Pulver setzt sich ab. Wenn man zu gierig trinkt, bekommt man eine Ladung Kaffeesatz in den Mund! Nun sind wir bereit für den Minibus. Immer aufwärts fahren wir nach Ölüdeniz. Als wir aussteigen, beginnt es leicht zu regnen. Aber jeder versichert uns, dass es ab morgen stabiler werden soll!

  • Ein Rundgang durch Antalyas hübsche Altstadt

    Ein Rundgang durch Antalyas hübsche Altstadt

    Um 4:30 ging es heute Morgen für uns zum Flughafen… pünktlich zum Frühstück hoben wir Richtung Antalya ab. Der Pilot meinte es extra gut mit uns und flog beim Landeanflug einmal das Gebirge entlang des Lykischen Wegs für uns ab, die Vorfreude steigt. Wir haben Glück, die Rucksäcke kommen an Band an, wir bekommen Bargeld am Automaten (obwohl die 8% Gebühr teuer sind) und auch unsere eSIM läuft. Wir sind startklar Richtung Stadtzentrum. Die nächste positive Überraschung: für die relativ neue Tram kann man einfach mit der Kreditkarte einsteigen und fertig.

    Als wir die Altstadt betreten sind wir gleich total begeistert, die kleinen Gässchen verbreiten Charme. Schnell ins Hotel eingecheckt und dann noch Besorgungen machen. Noch von zuhause hatte ich Gas für den Kocher reserviert. Wir marschieren erst mal in das gut sortierte Outdoorgeschäft. Nebenan ist auch ein Supermarkt, perfekt für letzte Besorgungen wie Müsli und Asia Nudeln.

    Bei unseren Besorgungsgang durch die Stadt fallen uns die unzähligen Katzen auf. Zu meinem Leid ist Hang absoluter Katzenfan. „Schau mal da, so ne hübsche Katze.“ „Oh die Arme da!“ Nach einer kurzen Rast im Hotel machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt. Dabei klappern wir einige historische Sehenswürdigkeiten ab. Den Eingang zur Altstadt bildet das mächtige Hadrianstor. Dieses wurde im Jahr 130 n. Chr. zu Ehren des Besuchs des römischen Kaisers errichtet.

    Ein weiteres Wahrzeichen ist der Uhrturm, der 1901 zum 25. Thronjubiläums des Sultans errichtet wurde. Durch die wuseligen Gässchen mit allerlei kleinen Shops marschieren wir hinab zum Hafen. Hier starten zahlreiche Ausflugsboote zu ihren individuellen Touren. Für uns geht es nicht aufs Boot, sondern über Treppen nach oben. Unverhofft kommen wir an einem kleinen Park vorbei, von dem wir eine herrliche Aussicht hinunter auf den Hafen haben.

    Unser eigentliches Ziel ist aber der Kaaralioglu Park, von dem wir mit der Unmenge anderer Menschen den perfekten Blick über das Meer auf die Berge gegenüber genießen. In 2-3 Wochen werden wir über diese wieder in Antalya ankommen. Den gelungenen Tag lassen wir in einer Restaurant-Empfehlung unseres Hotelchefs ausklingen. Nicht nur die Essen sind lecker, sondern zahlreiche Speisen wie Salat, Brot, Dips und der obligatorische schwarze Tee runden das Erlebnis ab.

  • Likya Yolu, wir kommen!

    Likya Yolu, wir kommen!

    Wir sind schon langsam gespannt, denn unser nächstes Abenteuer wartet. Nächste Woche geht es für 5 Wochen in die Türkei. 🇹🇷 Am Sonntag sitzen wir, wenn alles gut läuft, in unserem Hotel, bevor wir dann am darauffolgenden Morgen zu unserem ersten gemeinsamen Thruhike aufbrechen. 🥰 Hauptgrund für diese Reise ist der schon ewig auf meiner Liste stehende Lykische Weg. Da wir uns keinen Stress machen wollen, haben wir keine weiteren konkreten Pläne gemacht. Sollte noch genug Zeit bleiben, haben wir noch eine mehrtägige Wanderung durch Kappadokien vor. Den Heimflug haben wir dann von Istanbul gebucht. Und falls wir noch einen weiteren „Lückenfüller“ brauchen, wollen wir noch ein paar Tage auf dem Karischen Weg wandern.

    Der Lykische Weg

    Der Lykische Weg ist der erste und bekannteste Fernwanderweg der Türkei. Er führt auf etwas mehr als 500 km entlang der Küste von Fethiye nach Antalya. Die Route führt durch das antike Lykien und bietet nicht nur traumhafte Ausblicke, sondern man kommt immer wieder an historischen Ruinen vorbei. Mit der Mischung aus Natur und Sehenswürdigkeiten gilt der Weg als einer der schönsten Fernwanderwege der Welt. Über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang des Wegs, wie z.B. die Ruinen historischer Städte, das Schmetterlingstal oder die ewigen Flammen werde ich dann in den täglichen Berichten erzählen.

    Cappadocia Trail

    In Kappadokien wollen wir für fünf Tage einmal durch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten wandern. Hier haben wir die Route selbst geplant und uns an bekannten touristisch vermarkteten Routen orientiert. Hier durchwandern wir dann die vielbesuchten Täler wie z.B. Liebestal, Rosental und das Taubental.

    Der karische Weg

    Den Karischen Weg werden wir nicht komplett gehen können, aber ein paar Tage würden uns dennoch reizen. Er zieht sich über 800 km entlang der Küste in der antiken Region Karien. Er zählt generell als etwas weniger frequentiert als sein Bruder, der Lykische Weg.

    Das Finale: Istanbul

    Zum Abschluss planen wir noch mehrere Tage in Istanbul. Für mich ist es das erste Mal in dieser großen Stadt und ich freue mich schon jetzt, die zahlreichen spannenden Ecken zu entdecken.

    Aber wir freuen uns nicht nur auf das Wandern und die Natur, sondern auch auf das türkische Essen, die herzlichen Menschen und die Gastfreundschaft.

    Warst du schon mal in diesen Regionen unterwegs? Oder kennst du jemanden vor Ort? Dann kommentiere gerne diesen Beitrag oder teile privat deine Erlebnisse mit mir. Ich freue mich, dich bald auf diese Reise mitnehmen zu dürfen.

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