Waldbrände und weites Wandern

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Heute möchte ich meine Gedanken zu einem brandaktuellen (wie der Name traurigerweise passt) Thema mit euch teilen. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch in den Kommentaren dazu rege beteiligt. Denn eure Meinung zu diesem Thema interessiert mich sehr.

Überall wüten aktuell im Süden Europas heftigste Waldbrände. Feuerwehren und andere Helfer geben alles, um die Brände einzudämmen oder halbwegs unter Kontrolle zu bekommen. Bei den momentan sehr trockenen Bedingungen und heißen Temperaturen ist dies ein fast hoffnungsloses Unterfangen. In einem der Nachrichtenbeiträge habe ich dann zufällig erfahren, dass auch größere Waldbrände in der Türkei wüten. Als ich las, dass unter anderem auch mehrere Herde rund um Antalya betroffen sind, wurde ich neugierig. Bei der Recherche fand ich raus, dass einige Bereiche des lykischen Wegs stark davon betroffen sind. So sind die antiken Ruinen von Olympos gesperrt. Aber auch rund um Kas und Kumluca breiten sich die Flammen aus, sogar einige Häuser sind schon in Mitleidenschaft gezogen. Sofort kamen meine Erinnerungen hoch, wie Hang und ich vor einigen Wochen dort noch zu Fuß unterwegs waren und die herrlichen Bäume genossen haben. Es macht mich sehr traurig, mitzuerleben, wie diese Natur aktuell leidet. Klar, die Natur wird sich irgendwann erholen, aber bis sie wieder so schön aussieht wie zuvor, werden einige Jahre ins Land gehen.

Als wir uns vor einigen Tagen mit unserem zukünftigen Wanderprojekt auf Korsika beschäftigt haben, gab es auch dort gerade Feuer. 200 Wanderer saßen dort kurzzeitig auf einer Wanderhütte fest, da sie aufgrund der Brände nicht weiterwandern durften. Diese Brände scheinen aber sehr schnell wieder unter Kontrolle gebracht worden zu sein.

Ja, Feuer treten immer wieder mal in den südlichen Regionen während der Sommermonate auf. Aber so verheerend wie sie momentan vorherrschen, war es schon lange nicht oder evtl. sogar noch nie. Ich möchte hier die aktuelle Situation nicht noch weiter dramatisieren. Dennoch regt mich das aktuelle Brandgeschehen sehr stark zum Nachdenken an. Auch wir Weitwanderer tragen zu dieser Situation bei. Auch wenn wir vor Ort meist nur zu Fuß unterwegs sind oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen, so fliegen wir nicht selten um die halbe Welt, um dort die herrliche Natur zu genießen. Gleichzeitig leisten wir damit unseren Beitrag zu deren nicht unerheblicher Belastung. Damit möchte ich nicht nur auf andere zeigen, sondern auch ich fliege in andere Länder, um dort zu wandern. Mein schlechtes Gewissen darüber nimmt aber immer weiter zu.

Dies war auch ein nicht unerheblicher Grund, warum ich mich letztes Jahr dazu entschieden habe, meine Wanderung auf dem Nord Süd Trail zu machen und nicht nach Neuseeland gleich wieder weit zu fliegen.

Wie gehst du selbst mit diesem Konflikt um? Wie rechtfertigst du dies für dich?

Ich selbst habe mich dazu entschieden, meine Flüge konsequent zu kompensieren. Dies mache ich über Atmosfair, bei Interesse kannst du dich auf deren Homepage informieren: https://www.atmosfair.de/. Mir ist auch klar, dass dies eine Art moderner Ablasshandel ist. Aber ich finde, wenn mit diesem Betrag damit woanders in der Welt ein positiver Beitrag geleistet werden kann, ist dies auch kein Fehler. Darüber hinaus bemühe ich mich, meinen lokalen Fußabdruck möglichst gering zu halten.

Aber jetzt genug von mir, lass mich von dir hören. Ich freue mich auf den Austausch!

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