Autor: Jan von JR on Tour

  • Istanbul – Tag 5: Abschied in Kadiköy

    Istanbul – Tag 5: Abschied in Kadiköy

    So langsam bekommen wir Torschlusspanik. Unser Abschied aus der Türkei naht. Was haben wir noch nicht erlebt, was wollen wir unbedingt noch essen? Aber das ist nicht das Schlimmste. Ab Montag wird wieder gearbeitet. Leider. Die fünf Wochen vergingen wie im Flug. Aber wenn ich so Revue passieren lasse, was wir alles erleben konnten, war das echt ne geniale Zeit. Heute Morgen haben wir ein neues Frühstückslokal in der Nähe des Taksim-Platzes ausprobiert. Sehr lecker. Danach sind wir durch eine unserer Lieblingsgassen zum Pier in Karaköy gelaufen, um mit der Fähre wieder nach Asien, heute nach Kadiköy zu fahren. Bei der Überfahrt haben sich sogar Delfine gezeigt. Ich liebe diese Tiere einfach.

    Als wir das Boot verlassen, hören wir am Hafen eine Kapelle spielen. Als wir näher kommen, sehen wir Musikanten in Uniform heftig trommeln. Scheinbar irgendwas historisches. Schöne Stimmung. Kadiköy wurde wie lle Hotspot der asiatischen Seite, geprägt von einer liberalen Atmosphäre, studentischem Leben und einer vielfältigen Kulturszene. Wir landen gleich in den Gassen voller Cafés und kleinen Restaurants. Auch Pubs reihen sich aneinander. Sicherlich ist hier abends gut was los. Wir begeben uns wieder an die Küste und laufen ein Stück direkt am Wasser entlang. Hier haben wir eine freie Sicht aufs Marmarameer. Am Horizont sammeln sich die großen Frachtschiffe vor der Küste Istanbuls.

    Über einen weiten Bogen kehren wir wieder ins Zentrum zurück. Am Fischmarkt essen wir noch mal ein leckeres Fischbrötchen, allerdings kann es nicht ganz mit dem Fisch-Dürüm des ersten Tages mithalten. Das Yeldeğirmeni Viertel wurde mit seinem Murals, Kunstgalerien und nostalgischen Cafés angepriesen. Das schauen wir uns doch auch noch mal aus der Nähe an. Ein Café lädt uns zu einer längeren Pause ein. Einfach verweilen und das Treiben in den Gassen beobachten… bis zum Abendessen ist es noch ne Weile. Wir hatten in den Tagen hier in Istanbul noch gar keine süßen Leckereien. Also kaufen wir ein paar Baklava (oder ähnliches) und Lokum-Rollen und setzen uns in die Sonne am Ufer des Hafens. In der Ferne hören wir den Knall eines Düsenjets. Dieser kreist ewig über Sultanahmet und macht allerlei Flugmanöver.

    Da wir kein interessantes Restaurant in Kadiköy finden, fahren wir zurück nach Karakoy, laufen noch ein finales mal die Einkaufsstraße Richtung Taksim und gehen in ein Iskender Kebap Restaurant, noch so ein Ding, was ich ausprobieren wollte. Zum Abschluss gehen wir noch mal in unser Pub, trinken ein Efes und nehmen Abschied von der Stadt.

  • Istanbul – Tag 4: Üsküdar

    Istanbul – Tag 4: Üsküdar

    Istanbul besteht aus einem europäischen und einem asiatischen Teil. Der Bosporus, als Verbindung zwischen Marmarameer und Schwarzem Meer, bildet die Grenze zwischen den beiden Teilen. Ursprünglich wurde Istanbul nur auf der europäischen Seite angesiedelt. Mit dem osmanischen Reich wurde Istanbul mit Üsküdar und Kadiköy auf die asiatische Seite expandiert, um beide Seiten des Bosporus als wichtige Handelsstraße zu kontrollieren. Bislang waren wir ja nur auf der europäischen Seite Istanbuls. Das wollten wir heute ändern. Aber wir gingen den Tag ganz gemütlich an. Mittlerweile lieben wir Menemen zum Frühstück. Dies ist ein beliebtes Frühstücksgericht in der Türkei und besteht hauptsächlich aus Eiern, Tomaten und grünen Paprikaschoten. Wir lieben es in der Variante mit Sucuk.

    Dann fahren wir das erste Mal mit der Fähre. Vom Hafen in Kabatas setzen wir über nach Üsküdar. Hier spazieren wir entlang einer Strecke aus einen Reiseführer. Ein gutes Stück gehen wir an der Küste entlang. Auch hier folgen die Einheimischen Fell den beliebten Hobby Angeln. Überall hängen Angeln im Wasser. Im Unterschied zur anderen Seite sind hier die Eimer aber alle voll mit kleinen Fischen. Das ufernahe Wasser wird aber von zahlreichen Quallen beherrscht. Wir kommen am historischen Leuchtturm, dem Leanderturm, vorbei. Dieser steht unweit der Küste vorgelagert auf einer kleinen Insel. Wie genießen das Treiben auf der Promenade und knabbern Sonnenblumenkerne, ein weiteres beliebtes Hobby bei Einheimischen. Von hier haben wir auch eine herrliche Sicht auf die Hauptsehenswürdigkeiten wie Topkapi, Hagia Sophia und Blaue Moschee auf der anderen Seite des Bosporus.

    Wir verlassen die Küste und drehen eine größere Runde durch den Stadtteil, sehen aber wenig reizvolles. Erst als wir uns wieder dem Hafen nähern, finden wir 1-2 belebtere Straßen mit unzähligen Restaurants. Hier stoppen wir an einem kleinen Imbiss und essen mal wieder ein Köfte-Brötchen. Abends sollte man Kokorec essen. Das sind gefüllte Schafdärme, aber irgendwie trauen wir uns da nicht ran. Im Anschluss fahren wir zurück na ch Beyoglu. Auf dem Rückweg gehen wir an einem Hamam in der Nähe vorbei. Allerdings haben sie spontan keine weibliche Masseurin für Hang, deshalb fällt ein letzter Besuch im Hamam leider aus. Zum Abendessen sind wir gezielt zu einem Ocakbasi: ein traditionelles, einzigartiges Gastronomiekonzept der türkischen Grillkultur. KI hat uns ein gutes und preiswertes Restaurant empfohlen. Das Fleisch war einfach köstlich. Dazu haben wir einen Salgam getrunken, fermentierter Steckrübensaft. Ehrlich gesagt war das nicht unser Favorit. Zum Abschluss sind wir noch mal in unser Pub gegangen. Langsam blasen wir hier Trübsal, morgen steht unser letzter ganzer Tag in der Türkei an.

  • Instanbul – Tag 3: Topkapi-Palast

    Instanbul – Tag 3: Topkapi-Palast

    In Beyoglu gibt es echt unzählige sympathische kleine Restaurants und Läden, das gefällt uns unglaublich gut. So haben wir heute Morgen in einem italienischen Café gefrühstückt, eine willkommene Abwechslung. Und zumindest der Kaffee war perfekt. Die wartete unsere letzte geplante große Sehenswürdigkeit auf uns, der Topkapi Palast. Als wir vor dem Eingangstor ankommen, steht schon eine gute Menschentraube davor. Um 9:30 hätte er eigentlich schon eine halbe Stunde offen sein sollen. Wir erfahren, dass erst um 10:30 geöffnet wird. Hmpf, na gut. Drinnen dann noch mal an der Kasse anstehen. Man kann zwar ein Ticket vorher online kaufen, aber dann wäre der Harem nicht inkludiert. Aber irgendwann kommen auch wir rein.

    Der Topkapi-Palast war jahrhundertelang das Wohn- und Regierungszentrum der osmanischen Sultane. Er wurde ab 1459 errichtet. Heute zählt der Palast zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Nehmt euch für einen Besuch unbedingt Zeit. Um es vorweg zu nehmen: wir kamen kurz vor vier Uhr wieder raus. Man muss auch im Palast immer mal wieder anstehen. Die Touristenmassen kann man nicht immer ganz vermeiden. Es gibt verschiedene Bereiche, die man sich nach und nach anschauen kann.

    Wir beginnen unseren Besuch im Küchenquartier. Hier findet man viel Geschirr und Utensilien, vielfach aus China. Dann steuern wir den Harem an: Das prunkvolle, private Wohnquartier des Sultans, seiner Familie und der Konkubinen. Auch die Wohnquartiere der Eunuchen befanden sich hier. Ein riesiger Abschnitt. Weiter geht es mit den heiligen Reliquien, eine Ausstellung historisch und religiös bedeutender Artefakte, darunter Besitztümer des Propheten Mohammed. Unter anderem sollen hier auch Fußabdrücke von diesem ausgestellt sein. Ebenso das Schwert Davids, das er im Kampf gegen Goliath getragen haben soll. Immer wieder kreuzen wir einen der vier riesigen Innenhöfe mit ihren hübschen Pavillons. Von diesen hat man herrliche Ausblicke auf das goldene Horn und den Bosporus. Abschließend bewundern wir die kaiserliche Schatzkammer, Heimat weltberühmter Schätze wie dem diamantbesetzten Topkapi-Dolch und dem legendären Löffelmacher-Diamanten. Kurz bevor wie den Palast verlassen, biegen wir noch ins Uhrenmuseum ab. Mit enthalten im Ticket ist auch die Hagia Irene, die älteste byzantinische Kirche Istanbuls. Sie wurde nie in eine Moschee umgewandelt. Danach heißt es aber wirklich Feierabend. Wir sind hungrig.

    Als wir wieder auf die Straße kommen, ist alles voller Menschen, scheinbar fährt gerade die Tram nicht und jeder ist zu Fuß unterwegs. In einem Imbiss nehmen wir ein Dürüm-Menü. Nach der ganzen Kultur hatten wir richtig Heißhunger. Durch den Park unterhalb des Topkapi Palastes spazieren wir hinunter Richtung goldenes Horn. Im Park tummeln sich nicht nur Einheimische sondern auch zahlreiche Papageien. 🦜 Unten am Wasser ist die Hölle los. Unser Ziel: der Sonnenuntergang von der Galatabrücke. Mit einem Efes und dieser herrlichen Stimmung geht Tag 3 zu Ende.

  • Istanbul – Tag 2: Moscheen und Basare

    Istanbul – Tag 2: Moscheen und Basare

    Der heutige Tag beginnt mit einer Fahrt durch die Stadt. Für alle öffentlichen Verkehrsmittel bietet sich die Istanbulkart an, die man einmal erwirbt und dann mit Geldbeträgen aufladen kann. Mit Bus und Bahn fahren wir in den Stadtteil Sultanahmet. Wer sich in Istanbul auskennt, ahnt es vielleicht schon, wir besuchen die Hagia Sophia. Diese ist eines der bedeutendsten architektonischen Meisterwerke der Welt. In ihrer 1.500 Jahre alten Historie war sie früher Kirche, dann Moschee, zwischenzeitlich Museum und wird seit 2020 wieder als Moschee benutzt. Im Innenraum verschmelzen christliche Mosaike harmonisch mit riesigen osmanischen Medaillons, die arabische Inschriften tragen. Leider wird dieses Bauwerk aktuell restauriert, weshalb es großflächig eingerüstet ist.

    Direkt nebenan befindet sich eine weitere imposante Moschee, die blaue Moschee. Ihren weltbekannten Spitznamen verdankt sie den mehr als 21.000 blau-weißen Kacheln, die die Innenwände und Kuppeln im oberen Teil verzieren. Als eine der wenigen Moscheen weltweit besitzt diese 6 Minarette. Von den Moscheen schalten wir nun um auf Basare. Zeitgleich mit der blauen Moschee wurde direkt unterhalb der Arasta Basar gebaut. Noch heute gilt dieser als Geheimtipp. Wir probieren einige Tees und kaufen Granatapfeltee. Über das Hippodrom und weitere Moscheen erreichen wir den Großen Basar. Dieser ist einer der größten und ältesten überdachten Basare der Welt. Er bildet sich aus 60 Gassen mit 4.000 Geschäften. Hier findet man alles was Kleidung angeht. Nach einer kleinen Stärkung spazieren wir weiter zum Ägyptischen Basar. Dieser bietet hauptsächlich Gewürze und regionale Süßigkeiten. Hunderte Aromen steigen einem hier in die Nase. Ein Fest für die Sinne.

    Das alles macht müde und wir kehren für wenige Stunden in unsere Wohnung zurück. Bevor wir zum letzten Programmpunkt des Tages noch mal nach Sultanahmet fahren, ändern wir den Speiseplan und gehen nepalesisch essen. Die Momos sind eine willkommene Abwechslung. Die letzte Sehenswürdigkeit heute ist die Basilika Zisterne, auch der versunkene Palast genannt. Sie ist der größte und beeindruckendste antike unterirdische Wasserspeicher in Istanbul. 336 Marmorsäulen tragen das Gewölbe. Abends gibt es ein Abendprogramm mit spezieller Illumination. Genau das wollen wir uns ansehen. Schon beeindruckend schön anzusehen. Sobald wir das Gebäude verlassen, ist es dunkel und die blaue Moschee ist wunderschön illuminiert.

  • Istanbul: Beyoglu und Karaköy

    Istanbul: Beyoglu und Karaköy

    Gerade endet unser erster voller Tag in Istanbul. Gestern Abend sind wir spät in unserer Wohnung angekommen, die wir bis Ende der Woche gebucht haben. So ohne wandern kann man einfach mal in den Tag rein leben, auch schön. Nach dem Aufwachen begeben wir uns zu Fuß auf den Weg Richtung Frühstück. Zu Beginn müssen wir uns erst mal in der Stadt zurecht finden. Wir steuern einen sehr gut bewerteten Börek Laden an. Wir testen gleich alle möglichen Varianten: süß, Käse, Spinat und Fleisch. Am Ende sind wir ganz schön voll. Danach lassen wir uns einfach fast planlos durch die Stadt treiben. Von der großen Einkaufsstraße nahe des Taksim Platzes spazieren wir mal links, mal rechts in die Gassen und Sträßchen und erobern so die Stadtteile Beyoglu und Karaköy. Wir entdecken Kirchen, zahlreiche kleine Cafés und Geschäfte mit süßen Leckereien.

    Erstes Ziel ist der Galataturm. Von oben hat man einen herrlichen Panoramablick über das goldene Horn, den Bosporus und die historische Halbinsel mit ihren zahlreichen Moscheen. Im Anschluss gehen wir ans Wasser hinunter. Dort fliegen unzähligen Möwen und es riecht überall verführerisch nach Fisch. Wir kommen an einem kleinen Fischmarkt vorbei und können den Fischen nicht widerstehen. Wir gönnen uns Sardellen und einen sagenhaften Fischdürüm.

    Den Nachmittag verbringen wir rund um den Taksimplatz mit seiner beeindruckenden Moschee. In einem Café versuchen wir eine Wasserpfeife, hier Hookah genannt. Die Recherche nach den Streetfood-Buden am Taksim hatte ergeben, dass man unbedingt Nasse Burger essen muss. Diese kleinen Burger werden in einer knoblauchlastigen Sauce getunkt und warmgehalten, weshalb sie eben nass sind. Aber extrem lecker. Den Abschluss des Tages verbringen wir nochmals an der Wasserkante und beobachten das wilde Treiben auf dem Bosporus. Wir sind gespannt, was die kommenden Tage noch so bringen.

  • Cappadocia Trail – Tag 4: Cavusin – Uchisar

    Cappadocia Trail – Tag 4: Cavusin – Uchisar

    8,6 km; 450 m aufwärts; 150 m abwärts

    Wie angekündigt hat es uns heute Morgen noch mal zum Ballon Watching raus getrieben. Um 4:45 klingelte der Wecker und wir haben uns auf den Hügel oberhalb von Cavusin begeben. Es gab zwar leider keinen Sonnenschein, aber dennoch waren die Eindrücke wunderschön. Allerdings würden mich keine 10 Pferde in so ein kommerzielles Angebot bringen. Die Preise schwanken täglich, im Sommer kosten sie bis zu 400€. Dafür steht man dann mit 30 Leuten in so nem Ballon. Da wandere ich doch lieber durch die Gegend und schaue mir diese Ballons von unten an.

    Der eigentliche Plan für heute war, die beiden Etappen des Cappadocia Trails zusammen zu legen. Damit ergäbe sich eine gute Tageswanderung. Von Cavusin sollte es nach Uchisar gehen und dann weiter nach Göreme. Allerdings machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Doch von vorne. Von Cavusin laufen wir durch die Ebene zum Einstieg ins Liebestal. Wisst ihr, warum das Liebestal seinen Namen trägt? Hier befinden sich die höchsten Feenkamine Kappadokiens. Diese ähneln alle übergroßen Penissen. OMG. Hang hatte fast ne Reizüberflutung. 😜 Leicht ansteigend führt das Tal hinauf Richtung Uchisar. Starteten wir noch bei Sonnenschein, begann es ein paar Kilometer weiter zu regnen. Da kam der Felstunnel genau richtig. Wir machten mal wieder Regenpause.

    Nach 30 Minuten ging es weiter. Je höher wir kommen, desto lieblicher werden die Felsen, über leichte Wellen erreichen wir den Talrand. In der Ferne sehen wir Gewitterwolken. Eigentlich wollten wir unterhalb von Uchisar einen kleinen Abstecher ins Taubental machen. Da es aber zu regnen beginnt, begeben wir uns auf direktem Weg in die Stadt. Von oben hat man eine herrliche Sicht auf Göreme und die Berge dahinter, an denen wir gestern entlang wanderten. Uchisar ist der höchste Punkt Kappadokiens. Die Burg der Stadt kann wie in Ortahisar bestiegen werden. Wir lassen es aus. Beim Mittagessen wollen wir den Regen aussitzen. Nun befindet sich das Gewitter direkt über der Stadt. Nach der Pause regnet es weiterhin, das Gewitter ist nicht weiter gezogen. In alle Richtungen ist keine Besserung in Sicht. Somit entscheiden wir schweren Herzens, die letzten Kilometer nach Göreme mit dem Bus zurückzulegen.

    Morgen fahren wir mit dem Bus nach Kayseri und fliegen dann nach Istanbul für das letzte Kapitel Türkei. Konnte ich dich mit der Wanderung auf dem Lykischen Weg oder auf dem Cappadocia Trail inspirieren? Beide Wege sind absolut auf eigene Faust machbar. Du musst diese nicht über irgendwelche Anbieter buchen und kannst somit individuell deine Tage gestalten und noch tiefer in das Land eintauchen. Hast du noch Fragen zu einem der Wege? Dann melde dich gerne und ich helfe dir weiter.

  • Cappadocia Trail – Tag 3: Ortahisar – Cavusin

    Cappadocia Trail – Tag 3: Ortahisar – Cavusin

    16,5 km; 630 m aufwärts; 770 m abwärts

    Heute Morgen klingelte der Wecker um 5 Uhr. Ich wollte mal schauen, ob man auch von Ortahisar die berühmten Heißluftballons sehen kann. Und tatsächlich: in einiger Entfernung erscheinen sie hinter der Stadt. Die kommenden beiden Tage sollen wie ihnen viel näher sein, ich bin gespannt. Von Ortahisar biegen wir gleich ins gleichnamige Tal ab. Wir werden wie gestern wieder von einem Bach begleitet. Das Tal ist schön, aber wenig spektakulär. Wir liefen bei Sonne los, können aber am Horizont eine sehr dunkle Wolkenfront sehen. In einem größeren Bogen kehren wir ans entgegengesetzte Ende von Ortahisar zurück. Dabei passieren wir das beeindruckende in den Fels gehauene Hallac Kloster, das erste bekannte Krankenhaus Kappadokiens aus dem 11. Jahrhundert.

    Vorbei an einem Kamelgehege für Safaris steigern wir uns Meskendir-Tal ab. Das Tal ist reich an Zedern und Aprikosenbäumen. Wir durchqueren dabei mehrere lange Tunnel. Das Meskendir-Tal mündet am Ende in das Rosental und das rote Tal. Wir gehen einige Meter ins Rosental hinein bis zu einer Felsenkirche. Inzwischen ist der Himmel über uns tief dunkel. Wir gehen zurück zur Kreuzung und biegen ab ins rote Tal. Natürlich fängt es nach wenigen Metern an zu tröpfeln. Glücklicherweise kommen wir direkt an einen engen Felstunnel und entschließen uns, den Regen auszusitzen. Gute Entscheidung. Es fängt heftiger an zu regnen. Nach einigen Minuten kommt von oben der Kanadier Daniel entgegen. Er ist 6 Monate unterwegs und war gerade in Georgien, Jordanien, Irak etc. In der aktuellen Weltlage spannend. Durch den Regen verwandelt sich der schmale Pfad in einen Bach, der zentimeterhoch in den Tunnel fließt. Als der Regen aufhört, trennen sich unsere Wege wieder. Wir versuchen nicht auszurutschen und wandern weiter. Doch nach wenigen Minuten fängt es wieder an und wir setzen uns unter die Überdachung eines Cafés am Wegesrand. Als die Betreiber kommen, gönnen wir uns Datteln und einen Tee.

    Das rote Tal ist bekannt für seine roten Tuffsteinfelsen. Auch hier geht es durch Tunnel. Wir erklettern sogar eine mehrere Meter hohe Leiter. Am Talende wandern wir nach oben und haben einen herrlichen Blick bis nach Ortahisar und Uçhisar. Im roten Tal haben sich besonders filigrane Felsen ausgebildet. Mit den steilen Felswänden der Berge dahinter ein traumhafter Anblick. Wir umwandern den Talschluss und steigen ins benachbarte Tal ab. So queren wir noch 2 weitere Täler. Immer wieder eröffnen sich neue Blicke in diese Täler mit ihren Kirchen und Feenkamine. Zwei Abstiege sind dabei etwas brenzliger. Beim einen ist es sehr rutschig, aber Seile unterstützen. Beim anderen handelt es sich um eine 2 Meter hohe Felsstufe, in die minimale Tritte gearbeitet sind. Sehr schwer da halt zu finden. Und fallen will man nicht. Aber auch das meistern wir mit Bravour.

    Die wenigen restlichen Kilometer sind ein Klacks. Wir kommen von oben nach Cavusin. Bevor wir in den Ort hinab steigen, erkunden wir noch die Ruinen der Kirche Johannes des Täufers. Der Blick auf den Ort ist von hier oben wundervoll. Morgen früh werden wir dort auch die Ballons schauen gehen. Vorbei an den neun Brüdern, neun Feenkamine, gelangen wir dann final zu unserer Unterkunft.

  • Cappadocia Trail – Tag 2: Mustafapasa – Ortahisar

    Cappadocia Trail – Tag 2: Mustafapasa – Ortahisar

    20,5 km; 740 m aufwärts; 720 m abwärts

    Ganz entspannt starten wir in den Tag. Anders als im Zelt beginnen die Tage aktuell mit einem für unsere Verhältnisse späten Frühstück ab 08:30, auch mal schön. Und tatsächlich hört der Regen auf, als wir die Unterkunft verlassen. Wir holen das Sightseeing in Mustafapasa nach, das gestern dem Regen zum Opfer fiel. Wir gehen dafür auch wieder ein Stück den Weg von gestern zurück, weil ich das eine Motiv noch mal mit der richtigen Kamera einfangen wollte. Als wir an einem Haus vorbei kommen, rennen 6-7 Hunde auf uns zu, die wild bellen. Irgendwann kommt auch die Besitzerin aus dem Haus, die sie dann ein wenig in den Griff bekommt. Die historischen Gebäude Mustafapasas gefallen uns richtig gut. Doch dennoch müssen wir Abschied nehmen. Wir verlassen die Stadt über eine Straße. Schon kurz darauf kündigt ein Schild das nächste Highlight an: das Gomeda-Tal.

    Dieses Tal gilt noch als Geheimtipp, weil es noch wenig besucht wird. Kurz bevor wir es erreichen, werden wir von 6 Jeeps mit asiatischen Touristen überholt. Das Gute ist, sie steigen nur kurz aus, machen ihre Fotos und den Rest der Zeit haben wir das Tal ganz für uns allein. Gleich zu Beginn befindet sich die Ruine der Alakara-Kirche. Ein Stück später kommen wir noch an einer weiteren Kirche vorbei. Ein kleiner, von Holzbrücken gespickter Bach durchfließt das grüne, dicht bewachsene Tal. Die Felswände sind mit mehrstöckigen, kunstvoll verzierten Taubenschlägen übersät.

    Nach ein paar Kilometern geht das Gomeda-Tal in das nicht weniger reizvolle Üzengi-Tal über. Wir wandern nur ein kleines Stück in dieses Tal hinein. Auch hier erwarten uns wieder monumentale Taubenhäuser. Diese wurden früher von den Einheimischen genutzt um Taubendünger für die Obstplantagen zu sammeln. Am Weg befindet sich auch ein kleines Café. Wir kehren um und biegen dann bald ab Richtung Ibrahimpasa. Plötzlich hören wir ein Bellen. Drei wilde Hunde lagen am Wegesrand. Zwei flüchten sofort verängstigt, der dritte bleibt ruhig liegen.

    In Ibrahimpasa wollen wir eine Kleinigkeit essen. Also steuern wir eines der beiden Restaurants an, Babayan Evi, die Überraschung des Tages. Am Eingang hängt ein Schild, Michelin 2026. Oha, das wird ein Fest. Wir können aus verschiedenen 7-Gänge-Menüs wählen. Und alles für einen sagenhaften Preis, insgesamt zahlen wir 45 €. Und das Essen war mega lecker. Und das Beste: als wir das Restaurant verlassen, scheint die Sonne. Diese taucht das folgende Balkan-Tal in ein noch besseres Licht. Das Tal mündet direkt in unserem Ziel, Ortahisar. Noch bevor wir das Ziel erreichen, fällt die mächtige Burg der Stadt ins Auge. Diese erhebt sich in einem Felsen senkrecht über die Stadt. Unser Hotel befindet sich direkt oberhalb des Balkan-Tals mit einem herrlichen Blick in dieses.

    Nachdem wir das Gepäck im Hotel abgelegt haben, erklimmen wir noch die Burg. Abenteuerlich führen die Treppen außen und innen steil nach oben. Der Blick von oben bietet beste Aussichten in alle Richtungen. Da es unweit noch regnet, entsteht wenig später ein Regenbogen. Diese Momente hier oben machen uns richtig glücklich. Im Anschluss lassen wir uns durch die kleinen Gassen treiben. Am Abend werden wir dann noch mal raus gehen, um die beleuchtete Burg zu bewundern und ne Kleinigkeit zu essen.

  • Podcast „Mein Abenteuer“ über Neuseeland

    Podcast „Mein Abenteuer“ über Neuseeland

    Ich war zu Gast bei Reiner Meutsch in seiner Show „Mein Abenteuer“ auf RPR1 und durfte mit ihm über meine Wanderung auf dem Te Araroa durch Neuseeland reden.

    Beschreibung von RPR1: „In dieser Episode von „Mein Abenteuer“ begrüßt Rainer Meutsch den leidenschaftlichen Wanderer und Informatiker Jan Rumig. Jan hat beeindruckende 3000 Kilometer zu Fuß durch Neuseeland zurückgelegt und teilt seine unvergesslichen Erlebnisse von der Nord- und Südinsel. Dabei kommt auch das Thema „Der Herr der Ringe“ zur Sprache, das Jan zu seiner Reise inspiriert hat. Er erzählt von seiner Durchquerung Deutschlands auf dem Nord-Süd-Trail, den Begegnungen mit freundlichen Einheimischen und den Herausforderungen der Natur. Freut euch auf spannende Geschichten über Abenteuer, persönliche Entdeckungen und die einzigartige Beziehung der Maori zur Natur. Schaltet ein und begleitet uns ans andere Ende der Erde!“

    Reinhören lohnt sich: https://rpr1-mein-abenteuer.podigee.io/403-jan-rumig

    Lasst mich gerne in den Kommentaren eure Meinung wissen!

  • Cappadocia Trail – Tag 1: Taskinpasa – Mustafapasa

    Cappadocia Trail – Tag 1: Taskinpasa – Mustafapasa

    19,7 km; 670 m aufwärts; 820 m abwärts

    Gestern haben wir einfach mal die Seele baumeln lassen. Ich wurde beim Barber wieder in Form gebracht und unsere Körper beim Hamam verwöhnt. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang in Antalya nahmen wir den Nachtbus nach Kappadokien. In Nevsehir stiegen wir um auf einen Dolmus nach Ürgüp. Wir gehen erstmal frühstücken. Unser Tischnachbar Mustafa spricht uns auf Deutsch an. Er wohnt schon 56 Jahre bei Karlsruhe. So klein ist die Welt. Nach den be Frühstück ging es dann final mit dem Taxi weiter nach Taskinpasa. Hier beginnt unsere 4-5 tägige Wanderung auf dem Cappadocia Trail. Dieser kann kommerziell gebucht werden, aber ich habe mir die Routen manuell erstellt. Gepäcktransfer oder andere Erleichterungen reizen uns nicht.

    Leider ist die Wettervorhersage für die kommenden Tage nicht die beste. Beim Start war es schon stark bewölkt, aber noch trocken. Kaum steigen wir von Taskinpasa auf, sehen wir Unmengen der bekannten Steinformationen. Uns bleibt der Atem weg. So darf es weiter gehen! Wir umwandern den Felsriegel und sogleich eröffnet sich ein wunderbarer Blick ins Tal dahinter. Oben angekommen genießen wir den Blick ins Tal mit seinen steilen Wänden. In der Mitte des Tals liegt der hübsche See Damsa Baraj. Zeitgleich beginnt es zu tröpfeln, jegliche Helligkeit im Himmel ist verschwunden. Die Tropfen halten vorerst aber nur kurz an.

    Ein wenig oberhalb von Cemil verlassen wir den Fahrweg und tauchen in die Felsenlandschaft ein. Neben unseren Körpern wirken die Felsen so unglaublich mächtig. Später kommt uns eine Reitergruppe entgegen. Wir werden sie gegen Ende noch mal treffen. Höhepunkt war die Felsenstadt Golgoli mit ihren Höhlen und Kirchen. Einfach beeindruckend. Leider findet man nicht sehr viele Infos über diese Stadt. Früher kamen die orthodoxen christlichen Jugendlichen und frisch verheirateten Paare aus Mustafapaşa 15 Tage vor dem Osterfest hierher. Sie zelteten oder wohnten zwei Wochen lang in den Höhlen, um zu feiern, zu musizieren und zu tanzen.

    Bislang blieben wir trocken, aber vom See im Tal ist kaum noch was zu sehen. Weiter gehen weiter und der Weg führt uns natürlich Richtung See. Ich fasse mich kurz. 7 km später kommen wir gut nass in Mustafapasa an. Der Weg war sehr schmierig und matschig. Leider hat der Regen auch verhindert, schöne Bilder des hübschen Ortes zu machen. Das holen wir später oder morgen noch nach. Heute Abend nächtigen wir in einem für die Region typischen Höhlenhotel.

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