Schlagwort: Cappadocia Trail

  • Cappadocia Trail – Tag 4: Cavusin – Uchisar

    Cappadocia Trail – Tag 4: Cavusin – Uchisar

    8,6 km; 450 m aufwärts; 150 m abwärts

    Wie angekündigt hat es uns heute Morgen noch mal zum Ballon Watching raus getrieben. Um 4:45 klingelte der Wecker und wir haben uns auf den Hügel oberhalb von Cavusin begeben. Es gab zwar leider keinen Sonnenschein, aber dennoch waren die Eindrücke wunderschön. Allerdings würden mich keine 10 Pferde in so ein kommerzielles Angebot bringen. Die Preise schwanken täglich, im Sommer kosten sie bis zu 400€. Dafür steht man dann mit 30 Leuten in so nem Ballon. Da wandere ich doch lieber durch die Gegend und schaue mir diese Ballons von unten an.

    Der eigentliche Plan für heute war, die beiden Etappen des Cappadocia Trails zusammen zu legen. Damit ergäbe sich eine gute Tageswanderung. Von Cavusin sollte es nach Uchisar gehen und dann weiter nach Göreme. Allerdings machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Doch von vorne. Von Cavusin laufen wir durch die Ebene zum Einstieg ins Liebestal. Wisst ihr, warum das Liebestal seinen Namen trägt? Hier befinden sich die höchsten Feenkamine Kappadokiens. Diese ähneln alle übergroßen Penissen. OMG. Hang hatte fast ne Reizüberflutung. 😜 Leicht ansteigend führt das Tal hinauf Richtung Uchisar. Starteten wir noch bei Sonnenschein, begann es ein paar Kilometer weiter zu regnen. Da kam der Felstunnel genau richtig. Wir machten mal wieder Regenpause.

    Nach 30 Minuten ging es weiter. Je höher wir kommen, desto lieblicher werden die Felsen, über leichte Wellen erreichen wir den Talrand. In der Ferne sehen wir Gewitterwolken. Eigentlich wollten wir unterhalb von Uchisar einen kleinen Abstecher ins Taubental machen. Da es aber zu regnen beginnt, begeben wir uns auf direktem Weg in die Stadt. Von oben hat man eine herrliche Sicht auf Göreme und die Berge dahinter, an denen wir gestern entlang wanderten. Uchisar ist der höchste Punkt Kappadokiens. Die Burg der Stadt kann wie in Ortahisar bestiegen werden. Wir lassen es aus. Beim Mittagessen wollen wir den Regen aussitzen. Nun befindet sich das Gewitter direkt über der Stadt. Nach der Pause regnet es weiterhin, das Gewitter ist nicht weiter gezogen. In alle Richtungen ist keine Besserung in Sicht. Somit entscheiden wir schweren Herzens, die letzten Kilometer nach Göreme mit dem Bus zurückzulegen.

    Morgen fahren wir mit dem Bus nach Kayseri und fliegen dann nach Istanbul für das letzte Kapitel Türkei. Konnte ich dich mit der Wanderung auf dem Lykischen Weg oder auf dem Cappadocia Trail inspirieren? Beide Wege sind absolut auf eigene Faust machbar. Du musst diese nicht über irgendwelche Anbieter buchen und kannst somit individuell deine Tage gestalten und noch tiefer in das Land eintauchen. Hast du noch Fragen zu einem der Wege? Dann melde dich gerne und ich helfe dir weiter.

  • Cappadocia Trail – Tag 3: Ortahisar – Cavusin

    Cappadocia Trail – Tag 3: Ortahisar – Cavusin

    16,5 km; 630 m aufwärts; 770 m abwärts

    Heute Morgen klingelte der Wecker um 5 Uhr. Ich wollte mal schauen, ob man auch von Ortahisar die berühmten Heißluftballons sehen kann. Und tatsächlich: in einiger Entfernung erscheinen sie hinter der Stadt. Die kommenden beiden Tage sollen wie ihnen viel näher sein, ich bin gespannt. Von Ortahisar biegen wir gleich ins gleichnamige Tal ab. Wir werden wie gestern wieder von einem Bach begleitet. Das Tal ist schön, aber wenig spektakulär. Wir liefen bei Sonne los, können aber am Horizont eine sehr dunkle Wolkenfront sehen. In einem größeren Bogen kehren wir ans entgegengesetzte Ende von Ortahisar zurück. Dabei passieren wir das beeindruckende in den Fels gehauene Hallac Kloster, das erste bekannte Krankenhaus Kappadokiens aus dem 11. Jahrhundert.

    Vorbei an einem Kamelgehege für Safaris steigern wir uns Meskendir-Tal ab. Das Tal ist reich an Zedern und Aprikosenbäumen. Wir durchqueren dabei mehrere lange Tunnel. Das Meskendir-Tal mündet am Ende in das Rosental und das rote Tal. Wir gehen einige Meter ins Rosental hinein bis zu einer Felsenkirche. Inzwischen ist der Himmel über uns tief dunkel. Wir gehen zurück zur Kreuzung und biegen ab ins rote Tal. Natürlich fängt es nach wenigen Metern an zu tröpfeln. Glücklicherweise kommen wir direkt an einen engen Felstunnel und entschließen uns, den Regen auszusitzen. Gute Entscheidung. Es fängt heftiger an zu regnen. Nach einigen Minuten kommt von oben der Kanadier Daniel entgegen. Er ist 6 Monate unterwegs und war gerade in Georgien, Jordanien, Irak etc. In der aktuellen Weltlage spannend. Durch den Regen verwandelt sich der schmale Pfad in einen Bach, der zentimeterhoch in den Tunnel fließt. Als der Regen aufhört, trennen sich unsere Wege wieder. Wir versuchen nicht auszurutschen und wandern weiter. Doch nach wenigen Minuten fängt es wieder an und wir setzen uns unter die Überdachung eines Cafés am Wegesrand. Als die Betreiber kommen, gönnen wir uns Datteln und einen Tee.

    Das rote Tal ist bekannt für seine roten Tuffsteinfelsen. Auch hier geht es durch Tunnel. Wir erklettern sogar eine mehrere Meter hohe Leiter. Am Talende wandern wir nach oben und haben einen herrlichen Blick bis nach Ortahisar und Uçhisar. Im roten Tal haben sich besonders filigrane Felsen ausgebildet. Mit den steilen Felswänden der Berge dahinter ein traumhafter Anblick. Wir umwandern den Talschluss und steigen ins benachbarte Tal ab. So queren wir noch 2 weitere Täler. Immer wieder eröffnen sich neue Blicke in diese Täler mit ihren Kirchen und Feenkamine. Zwei Abstiege sind dabei etwas brenzliger. Beim einen ist es sehr rutschig, aber Seile unterstützen. Beim anderen handelt es sich um eine 2 Meter hohe Felsstufe, in die minimale Tritte gearbeitet sind. Sehr schwer da halt zu finden. Und fallen will man nicht. Aber auch das meistern wir mit Bravour.

    Die wenigen restlichen Kilometer sind ein Klacks. Wir kommen von oben nach Cavusin. Bevor wir in den Ort hinab steigen, erkunden wir noch die Ruinen der Kirche Johannes des Täufers. Der Blick auf den Ort ist von hier oben wundervoll. Morgen früh werden wir dort auch die Ballons schauen gehen. Vorbei an den neun Brüdern, neun Feenkamine, gelangen wir dann final zu unserer Unterkunft.

  • Cappadocia Trail – Tag 2: Mustafapasa – Ortahisar

    Cappadocia Trail – Tag 2: Mustafapasa – Ortahisar

    20,5 km; 740 m aufwärts; 720 m abwärts

    Ganz entspannt starten wir in den Tag. Anders als im Zelt beginnen die Tage aktuell mit einem für unsere Verhältnisse späten Frühstück ab 08:30, auch mal schön. Und tatsächlich hört der Regen auf, als wir die Unterkunft verlassen. Wir holen das Sightseeing in Mustafapasa nach, das gestern dem Regen zum Opfer fiel. Wir gehen dafür auch wieder ein Stück den Weg von gestern zurück, weil ich das eine Motiv noch mal mit der richtigen Kamera einfangen wollte. Als wir an einem Haus vorbei kommen, rennen 6-7 Hunde auf uns zu, die wild bellen. Irgendwann kommt auch die Besitzerin aus dem Haus, die sie dann ein wenig in den Griff bekommt. Die historischen Gebäude Mustafapasas gefallen uns richtig gut. Doch dennoch müssen wir Abschied nehmen. Wir verlassen die Stadt über eine Straße. Schon kurz darauf kündigt ein Schild das nächste Highlight an: das Gomeda-Tal.

    Dieses Tal gilt noch als Geheimtipp, weil es noch wenig besucht wird. Kurz bevor wir es erreichen, werden wir von 6 Jeeps mit asiatischen Touristen überholt. Das Gute ist, sie steigen nur kurz aus, machen ihre Fotos und den Rest der Zeit haben wir das Tal ganz für uns allein. Gleich zu Beginn befindet sich die Ruine der Alakara-Kirche. Ein Stück später kommen wir noch an einer weiteren Kirche vorbei. Ein kleiner, von Holzbrücken gespickter Bach durchfließt das grüne, dicht bewachsene Tal. Die Felswände sind mit mehrstöckigen, kunstvoll verzierten Taubenschlägen übersät.

    Nach ein paar Kilometern geht das Gomeda-Tal in das nicht weniger reizvolle Üzengi-Tal über. Wir wandern nur ein kleines Stück in dieses Tal hinein. Auch hier erwarten uns wieder monumentale Taubenhäuser. Diese wurden früher von den Einheimischen genutzt um Taubendünger für die Obstplantagen zu sammeln. Am Weg befindet sich auch ein kleines Café. Wir kehren um und biegen dann bald ab Richtung Ibrahimpasa. Plötzlich hören wir ein Bellen. Drei wilde Hunde lagen am Wegesrand. Zwei flüchten sofort verängstigt, der dritte bleibt ruhig liegen.

    In Ibrahimpasa wollen wir eine Kleinigkeit essen. Also steuern wir eines der beiden Restaurants an, Babayan Evi, die Überraschung des Tages. Am Eingang hängt ein Schild, Michelin 2026. Oha, das wird ein Fest. Wir können aus verschiedenen 7-Gänge-Menüs wählen. Und alles für einen sagenhaften Preis, insgesamt zahlen wir 45 €. Und das Essen war mega lecker. Und das Beste: als wir das Restaurant verlassen, scheint die Sonne. Diese taucht das folgende Balkan-Tal in ein noch besseres Licht. Das Tal mündet direkt in unserem Ziel, Ortahisar. Noch bevor wir das Ziel erreichen, fällt die mächtige Burg der Stadt ins Auge. Diese erhebt sich in einem Felsen senkrecht über die Stadt. Unser Hotel befindet sich direkt oberhalb des Balkan-Tals mit einem herrlichen Blick in dieses.

    Nachdem wir das Gepäck im Hotel abgelegt haben, erklimmen wir noch die Burg. Abenteuerlich führen die Treppen außen und innen steil nach oben. Der Blick von oben bietet beste Aussichten in alle Richtungen. Da es unweit noch regnet, entsteht wenig später ein Regenbogen. Diese Momente hier oben machen uns richtig glücklich. Im Anschluss lassen wir uns durch die kleinen Gassen treiben. Am Abend werden wir dann noch mal raus gehen, um die beleuchtete Burg zu bewundern und ne Kleinigkeit zu essen.

  • Cappadocia Trail – Tag 1: Taskinpasa – Mustafapasa

    Cappadocia Trail – Tag 1: Taskinpasa – Mustafapasa

    19,7 km; 670 m aufwärts; 820 m abwärts

    Gestern haben wir einfach mal die Seele baumeln lassen. Ich wurde beim Barber wieder in Form gebracht und unsere Körper beim Hamam verwöhnt. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang in Antalya nahmen wir den Nachtbus nach Kappadokien. In Nevsehir stiegen wir um auf einen Dolmus nach Ürgüp. Wir gehen erstmal frühstücken. Unser Tischnachbar Mustafa spricht uns auf Deutsch an. Er wohnt schon 56 Jahre bei Karlsruhe. So klein ist die Welt. Nach den be Frühstück ging es dann final mit dem Taxi weiter nach Taskinpasa. Hier beginnt unsere 4-5 tägige Wanderung auf dem Cappadocia Trail. Dieser kann kommerziell gebucht werden, aber ich habe mir die Routen manuell erstellt. Gepäcktransfer oder andere Erleichterungen reizen uns nicht.

    Leider ist die Wettervorhersage für die kommenden Tage nicht die beste. Beim Start war es schon stark bewölkt, aber noch trocken. Kaum steigen wir von Taskinpasa auf, sehen wir Unmengen der bekannten Steinformationen. Uns bleibt der Atem weg. So darf es weiter gehen! Wir umwandern den Felsriegel und sogleich eröffnet sich ein wunderbarer Blick ins Tal dahinter. Oben angekommen genießen wir den Blick ins Tal mit seinen steilen Wänden. In der Mitte des Tals liegt der hübsche See Damsa Baraj. Zeitgleich beginnt es zu tröpfeln, jegliche Helligkeit im Himmel ist verschwunden. Die Tropfen halten vorerst aber nur kurz an.

    Ein wenig oberhalb von Cemil verlassen wir den Fahrweg und tauchen in die Felsenlandschaft ein. Neben unseren Körpern wirken die Felsen so unglaublich mächtig. Später kommt uns eine Reitergruppe entgegen. Wir werden sie gegen Ende noch mal treffen. Höhepunkt war die Felsenstadt Golgoli mit ihren Höhlen und Kirchen. Einfach beeindruckend. Leider findet man nicht sehr viele Infos über diese Stadt. Früher kamen die orthodoxen christlichen Jugendlichen und frisch verheirateten Paare aus Mustafapaşa 15 Tage vor dem Osterfest hierher. Sie zelteten oder wohnten zwei Wochen lang in den Höhlen, um zu feiern, zu musizieren und zu tanzen.

    Bislang blieben wir trocken, aber vom See im Tal ist kaum noch was zu sehen. Weiter gehen weiter und der Weg führt uns natürlich Richtung See. Ich fasse mich kurz. 7 km später kommen wir gut nass in Mustafapasa an. Der Weg war sehr schmierig und matschig. Leider hat der Regen auch verhindert, schöne Bilder des hübschen Ortes zu machen. Das holen wir später oder morgen noch nach. Heute Abend nächtigen wir in einem für die Region typischen Höhlenhotel.

  • Likya Yolu, wir kommen!

    Likya Yolu, wir kommen!

    Wir sind schon langsam gespannt, denn unser nächstes Abenteuer wartet. Nächste Woche geht es für 5 Wochen in die Türkei. 🇹🇷 Am Sonntag sitzen wir, wenn alles gut läuft, in unserem Hotel, bevor wir dann am darauffolgenden Morgen zu unserem ersten gemeinsamen Thruhike aufbrechen. 🥰 Hauptgrund für diese Reise ist der schon ewig auf meiner Liste stehende Lykische Weg. Da wir uns keinen Stress machen wollen, haben wir keine weiteren konkreten Pläne gemacht. Sollte noch genug Zeit bleiben, haben wir noch eine mehrtägige Wanderung durch Kappadokien vor. Den Heimflug haben wir dann von Istanbul gebucht. Und falls wir noch einen weiteren „Lückenfüller“ brauchen, wollen wir noch ein paar Tage auf dem Karischen Weg wandern.

    Der Lykische Weg

    Der Lykische Weg ist der erste und bekannteste Fernwanderweg der Türkei. Er führt auf etwas mehr als 500 km entlang der Küste von Fethiye nach Antalya. Die Route führt durch das antike Lykien und bietet nicht nur traumhafte Ausblicke, sondern man kommt immer wieder an historischen Ruinen vorbei. Mit der Mischung aus Natur und Sehenswürdigkeiten gilt der Weg als einer der schönsten Fernwanderwege der Welt. Über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang des Wegs, wie z.B. die Ruinen historischer Städte, das Schmetterlingstal oder die ewigen Flammen werde ich dann in den täglichen Berichten erzählen.

    Cappadocia Trail

    In Kappadokien wollen wir für fünf Tage einmal durch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten wandern. Hier haben wir die Route selbst geplant und uns an bekannten touristisch vermarkteten Routen orientiert. Hier durchwandern wir dann die vielbesuchten Täler wie z.B. Liebestal, Rosental und das Taubental.

    Der karische Weg

    Den Karischen Weg werden wir nicht komplett gehen können, aber ein paar Tage würden uns dennoch reizen. Er zieht sich über 800 km entlang der Küste in der antiken Region Karien. Er zählt generell als etwas weniger frequentiert als sein Bruder, der Lykische Weg.

    Das Finale: Istanbul

    Zum Abschluss planen wir noch mehrere Tage in Istanbul. Für mich ist es das erste Mal in dieser großen Stadt und ich freue mich schon jetzt, die zahlreichen spannenden Ecken zu entdecken.

    Aber wir freuen uns nicht nur auf das Wandern und die Natur, sondern auch auf das türkische Essen, die herzlichen Menschen und die Gastfreundschaft.

    Warst du schon mal in diesen Regionen unterwegs? Oder kennst du jemanden vor Ort? Dann kommentiere gerne diesen Beitrag oder teile privat deine Erlebnisse mit mir. Ich freue mich, dich bald auf diese Reise mitnehmen zu dürfen.

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