46 km; 1.180 m aufwärts; 1.150 m abwärts
Aktuell beschäftigen mich viele Gedanken. Mit Bewegung in der Natur kann ich oft meine Gedanken ordnen und mich wieder erden. Gestern hatte ich das Bedürfnis, es mal so richtig krachen zu lassen. Einfach mal die Gedanken raus ballern und mich so verausgaben, dass ich gar keine Chance habe, mir Gedanken zu machen. 🙂
Perfekt dazu geeignet schien mir der Rodalber Felsenwanderweg. Mit seinen 44-45 km führt der Weg einmal komplett um die Stadt Rodalben und mäandert dabei jedes umliegende Tal ab. Im Jahr 2022 belegte er den 2. Platz bei der Wahl zu Deutschlands schönstem Wanderweg in der Kategorie Mehrtagestouren. Richtig gelesen: Mehrtagestouren. Schon in der Vergangenheit habe ich mehrmals überlegt, diesen Weg auf zwei Tage zu verteilen. Dies kann man am besten mit einer Übernachtung im Hilschberghaus verbinden. Aber auch so kann man jederzeit vom Weg zurück in die Stadt laufen und den Weg am nächsten Tag einfach fortsetzen. Somit bot sich diese Route gestern perfekt an.
Der Wanderweg verläuft die meiste Zeit auf schmalen Pfaden. Selbst wenn parallel ein Fahrweg verläuft, wurde darauf geachtet, dass Wanderer eine schmalen, schöneren Pfad haben. Breite Wege kreuzt man meist nur zum Überqueren. Der Weg enthält kaum längere Anstiege am Stück, führt aber fast stetig in Wellen auf und ab. Auf der gesamten Länge kommt man an mehr als 20 für den Pfälzerwald typischen Buntsandsteinmassiven vorbei. Manche davon bieten auch eine Höhle oder Gänge, die man erkunden kann. Wasser war unterwegs fast überall Mangelware, nicht verwunderlich in der aktuell sehr trockenen Witterung, fast alle Brunnen unterwegs waren trocken.
Selbst wenn man nicht übernachtet, bietet sich das Hilschberghaus auf ungefähr der Hälfte der Tour für eine Einkehr an. Von der Terrasse hat man eine schöne Aussicht über die Stadt und die Kuchen waren lecker.
Unter vielen überhängenden Felsen stehen Bänke, manchmal sogar mit Tisch, sodass man hier jederzeit eine Pause machen kann. Von den zahlreichen Felsen könnte ich jetzt alle aufzählen, diese findet man jedoch bei einer Internet-Recherche ohne Probleme. Beeindruckend fand ich die Bärenhöhle, die größte natürliche Felsenhöhle der Pfalz. Sogar einen Wasserfall gibt es… allerdings war dieser aktuell auch trocken. Namenstechnisch war ich neugierig, was mich am Karl-May-Felsen erwartet. Scheinbar verdankt der Fels seinen Namen dem Fakt, dass diese Felsriegel an Landschaften aus Winnetou-Filmen erinnert. Passend dazu führt hier auch eine kürzere Winnetour (schönes Wortspiel) entlang.
Das mit dem ausbleibenden Wasser war echt ein Problem, je länger der Tag wurde. Am Hirschbrunnen konnte ich zumindest ein wenig Wasser bekommen. Dieses kommt zwar nicht mehr aus den angebrachten Rohren, allerdings gelingt es, vom Bach direkt ein wenig Wasser aufzusammeln. Wenige Kilometer vor dem Ende gab es überraschenderweise nochmals Wasser, was mir dann bis zum Ende gereicht hat. Das letzte Stück haben meine Schienbeine dann aber angefangen zu zicken und ich musste etwas beißen, um die Runde zu Ende zu bringen. Die ersten Krämpfe habe ich aber erst bekommen, als ich nach der Tour ins Auto eingestiegen bin.
Der Weg hat mir gefallen, aber persönlich finde ich die Felsmassive in Hauenstein auf dem Schusterpfad noch etwas schöner. Vor allem, weil man viele davon besteigen kann. Aber am besten einfach beide Touren machen, dann muss man sich nicht entscheiden.










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