Mitten in der Nacht geht es für uns los. Unser Flug geht um 7 Uhr von Straßburg. Aber sobald wir in Calvi eine Stunde später aus dem Flieger steigen, sind die Mühen vergessen. Hinter dem Flughafen steigen die Berge steil nach oben. In zwei Tagen werden wir diese besteigen. Heute werden sie die meiste Zeit in Wolken gehüllt bleiben. Mit dem Taxi fahren wir ins Zentrum der Stadt. Wir laden die Rucksäcke im Hotel ab und lassen uns treiben.
Während wir den ersten Kaffee in einem kleinen Straßencafé genießen, beobachten wir einen Hund, wie er mehrmals genüsslich seinen Hintern an der gegenüberliegenden Mauer reibt. Links rum, dann rechts rum, mal kurz riechen und dann das Ganze von vorne. Auch irgendwie beruhigend. Unser erster Abstecher gilt der Zitadelle. Die Festungsanlage erhebt sich mächtig über den Hafen. Hier wurde angeblich Christoph Kolumbus geboren. Während wir uns in den Gassen immer weiter nach oben bewegen, genießen wir den Ausblick auf den Hafen und die Bergwelt. Irgendwie fühlen wir uns an Nizza erinnert, nur in sehr viel kleinerer Ausführung. Zahlreiche schnuckelige kleine Cafés und Restaurants stecken verführerisch ihre Arme nach uns aus.
Sobald wir die Festung verlassen, decken wir uns beim Bäcker mit Nahrung ein und genießen sie mit Blick auf den Hafen. Der sehenswerte Teil Calvis beschränkt sich auf 3-4 hübsche Straßen und Gassen. Direkt an den Hafen grenzt der langgezogene Stadtstrand, der den größten Teil der Bucht umrundet. Im Hafen liegt aktuell die 56m lange Yacht Galaxy eines amerikanischen Videospiel Unternehmers. Diese kann man für 300.000€ die Woche chartern… Schnäppchen. Wir laufen entlang der Schiffe und schauen Fische.
Am besten gefällt uns die kleine Gasse oberhalb des Hafens. Dort ist viel Trubel und kleine Bekleidungsläden wechseln sich mit Restaurants und korsischen Spezialitätenläden ab. Gerade die zuletzt genannten Lusttempel des guten Geschmacks lassen uns frohlocken. Sobald man einen dieser Läden betritt, wird man optisch und geruchstechnisch verführt. Salamis und Schinken baumeln von der Decke, Käselaibe liegen in den Kühlregalen und Weinflaschen bilden die Wände. Und das alles ergibt eine Geruchsmischung, die sofort wieder Hunger macht. Was uns am Tag immer wieder begegnet: der Korsenkopf. Das Wahrzeichen Korsikas und das Symbol dessen Unabhängigkeit.
Am Nachmittag holt uns die Müdigkeit der Nacht ein. Doch der Hunger treibt uns dann wieder in die Gassen, ein favorisiertes Restaurant hatte Hang schon ausgesucht. Wie wir dann aber feststellen müssen: um 18 Uhr braucht man hier gar nicht zu kommen. Die meisten Restaurants machen erst um 19 Uhr auf. Wir entscheiden uns für ein korsisches 3-Gänge-Menü mit Kastanienbier. Ein leckerer Auftakt in den Urlaub.













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