GR20 – Tag 9: Refuge de l‘Onda – Vizzavona

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Scheinbar haben heute Nacht wieder zahlreiche Leute erbrochen. Irgendwann muss es ja auch uns erwischen. Mir ist total übel, aber ich sehe nicht ein, Essen, dass ich bezahlt habe, gleich wieder zurück zu geben.  Aber es hilft ja nichts, wir müssen weiter. Also kämpfe ich mich den Berg hoch, von der Hütte geht es mehr oder minder gemütlich immer weiter aufwärts. Für mich ist es eine Qual und ich muss mehrmals Pause machen. Aber meine Kämpfernatur denkt nicht ans aufgeben. Je höher wir steigen, desto mehr sehen wir von den Bergen der vergangenen Tage. 

Endlich kommen wir oben an. Ich würde am liebsten schlafen. Von der Scharte öffnet sich der Blick auf die Berge von morgen und den Monte d‘Oro direkt neben uns. Eigentlich wollten wir diesen noch in unsere Tour einbauen, aber die zusätzlichen Höhenmeter schaffe ich heute nicht mehr. Stattdessen machen wir uns an den Abstieg: 1.000 m warten auf uns. Zuerst geht es gefühlt direkt an der abschüssigen Wand entlang. Gut, dass die Felsen genug Grip bieten. 

Je tiefer wir kommen, desto mehr sehen wir vom Tal. Es gibt immer kleine Abschnitte mit schönem Wald. Bald erreichen wir den Fluss und freuen uns auf die angekündigten Pools. Allerdings ist an den meisten schon zu viel los. Und als wir endlich einen schönen für uns gefunden haben, sieht das Wasser nicht sauber aus und wir lassen uns die Chance entgehen. Nach einiger Zeit stehen wir in einem alten Buchenwald. Einige der riesigen Bäume liegen im Wald verstreut. Hang sucht gleich mal wieder nach Pilzen. 

Als wir uns der Cascade des Anglais nähern, wimmelt es von Touristen, die ihre Traumkörper in den kleinen Badebecken abkühlen. Gut, dass wir hier den GR20 kurz verlassen. Denn unser Hotel befindet sich nicht wie bei den meisten in Vizzavona direkt, sondern ein wenig oberhalb. Heißt aber auch, dass es noch ein paar Meter aufwärts geht. Ufff. Oben angekommen erkunden wir noch das Fort von Vizzavona, bevor wir zum Hotel Monte d‘Oro absteigen. Mein Kopf beginnt zu glühen. Hang versorgt mich mit Tee, den ich dann aber doch bereitwillig in das Abwassersystem zurück gebe. Hoffen wir mal, dass es morgen ein wenig besser wird.

Weitere Details zur Route findest du auf Komoot.

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