Die Nacht hat bei Hang genauso Wunder bewirkt wie bei mir. Am Morgen ging es ihr wieder einigermaßen gut. Also entschieden wir uns beim Frühstück dazu, heute alternativ auch wieder einen alpinen Abschnitt einzubauen und so doch noch den Monte Renoso einzusammeln.
Direkt von unserem Gite ging es ein Stück parallel zu gestern nach oben, bevor wir uns immer weiter nach oben schrauben. Ein Schild erklärt uns, dass hier Geier erfolgreich angesiedelt wurden. Wir haben sie eventuell schon mehrmals ihre Kreise ziehen sehen. Eine Schafherde beäugt uns argwöhnisch, als wir an ihr vorbei marschieren. Unser erstes Ziel ist der wunderhübsche Lac de Bastani unterhalb des Gipfels. Die Umgebung spiegelt sich perfekt im glatten Wasser und die Fische schwimmen neugierig herbei, als wir eine kleine Pause machen. Danach wird es noch mal kurz steil, bevor es dann vor dem Monte Renoso noch mal etwas einfacher wird.
Oben bekomme ich dann meine gewünschten Fotos mit dem Gipfelkreuz und dem Korsenkopf, der auf dem Gipfel angebracht ist. Das Symbol der Freiheit Korsikas. Es könnte gerade nicht besser zu uns passen. Wir sind hier oben alleine. Mit herrlichen Ausblicken laufen wir weiter von Gipfel zu Gipfel über die Hochebene. Immer wieder genießen wir schöne Tiefblicke. Wir steigen nicht auf direktem Weg zur Bergerie ab, sondern machen einen kleinen Abstecher zum Col de Pruno, wo wir rasten und die Aussicht aufsaugen.
Vorbei an einer dahin wandernden Schafherde kommen wir zur Bergerie. Auf dem Weg fliegt ein Raubvogel über uns, ob es aber ein Geier war, kann ich nicht sagen. Der Weg hinab ins Tal ist wunderschön gesäumt von Buchen. Plötzlich sehe ich was gelbes im Laub, ein Feuersalamander. Kurz darauf kommen wir wieder auf den regulären GR20 und haben noch circa 7 km vor uns. Der Weg ist richtig flowig. Wir müssen auf keine Schritte achten und können einfach so dahin marschieren. Der Mischwald ist einfach super schön. Und die Farben des Herbstlaubes schaffen eine herrliche Atmosphäre. Doch leider kann das Genießen nicht so weiter gehen, wir müssen noch über einen Kamm. Der Weg steigt zuerst angenehm an. Doch dann wird es immer steiler und wir kommen noch ganz schön ins Schwitzen. Kurz vor dem Erreichen des Übergangs kommen wir an einer verletzten Frau vorbei, die später mit Helikopter rausgeflogen wird. Von hier oben sind wir ruckzuck an der Hütte. Heute bläst hier ein ordentlicher Wind, der die Zeltstangen ganz schön testet, hoffen wir mal, dass sie halten. Während dem Abendessen ist alles in Wolken gehüllt, die aber vom Wind später wieder weggeblasen werden.
Weitere Details zur Tour findest du auf Komoot.










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