Cappadocia Trail – Tag 3: Ortahisar – Cavusin

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16,5 km; 630 m aufwärts; 770 m abwärts

Heute Morgen klingelte der Wecker um 5 Uhr. Ich wollte mal schauen, ob man auch von Ortahisar die berühmten Heißluftballons sehen kann. Und tatsächlich: in einiger Entfernung erscheinen sie hinter der Stadt. Die kommenden beiden Tage sollen wie ihnen viel näher sein, ich bin gespannt. Von Ortahisar biegen wir gleich ins gleichnamige Tal ab. Wir werden wie gestern wieder von einem Bach begleitet. Das Tal ist schön, aber wenig spektakulär. Wir liefen bei Sonne los, können aber am Horizont eine sehr dunkle Wolkenfront sehen. In einem größeren Bogen kehren wir ans entgegengesetzte Ende von Ortahisar zurück. Dabei passieren wir das beeindruckende in den Fels gehauene Hallac Kloster, das erste bekannte Krankenhaus Kappadokiens aus dem 11. Jahrhundert.

Vorbei an einem Kamelgehege für Safaris steigern wir uns Meskendir-Tal ab. Das Tal ist reich an Zedern und Aprikosenbäumen. Wir durchqueren dabei mehrere lange Tunnel. Das Meskendir-Tal mündet am Ende in das Rosental und das rote Tal. Wir gehen einige Meter ins Rosental hinein bis zu einer Felsenkirche. Inzwischen ist der Himmel über uns tief dunkel. Wir gehen zurück zur Kreuzung und biegen ab ins rote Tal. Natürlich fängt es nach wenigen Metern an zu tröpfeln. Glücklicherweise kommen wir direkt an einen engen Felstunnel und entschließen uns, den Regen auszusitzen. Gute Entscheidung. Es fängt heftiger an zu regnen. Nach einigen Minuten kommt von oben der Kanadier Daniel entgegen. Er ist 6 Monate unterwegs und war gerade in Georgien, Jordanien, Irak etc. In der aktuellen Weltlage spannend. Durch den Regen verwandelt sich der schmale Pfad in einen Bach, der zentimeterhoch in den Tunnel fließt. Als der Regen aufhört, trennen sich unsere Wege wieder. Wir versuchen nicht auszurutschen und wandern weiter. Doch nach wenigen Minuten fängt es wieder an und wir setzen uns unter die Überdachung eines Cafés am Wegesrand. Als die Betreiber kommen, gönnen wir uns Datteln und einen Tee.

Das rote Tal ist bekannt für seine roten Tuffsteinfelsen. Auch hier geht es durch Tunnel. Wir erklettern sogar eine mehrere Meter hohe Leiter. Am Talende wandern wir nach oben und haben einen herrlichen Blick bis nach Ortahisar und Uçhisar. Im roten Tal haben sich besonders filigrane Felsen ausgebildet. Mit den steilen Felswänden der Berge dahinter ein traumhafter Anblick. Wir umwandern den Talschluss und steigen ins benachbarte Tal ab. So queren wir noch 2 weitere Täler. Immer wieder eröffnen sich neue Blicke in diese Täler mit ihren Kirchen und Feenkamine. Zwei Abstiege sind dabei etwas brenzliger. Beim einen ist es sehr rutschig, aber Seile unterstützen. Beim anderen handelt es sich um eine 2 Meter hohe Felsstufe, in die minimale Tritte gearbeitet sind. Sehr schwer da halt zu finden. Und fallen will man nicht. Aber auch das meistern wir mit Bravour.

Die wenigen restlichen Kilometer sind ein Klacks. Wir kommen von oben nach Cavusin. Bevor wir in den Ort hinab steigen, erkunden wir noch die Ruinen der Kirche Johannes des Täufers. Der Blick auf den Ort ist von hier oben wundervoll. Morgen früh werden wir dort auch die Ballons schauen gehen. Vorbei an den neun Brüdern, neun Feenkamine, gelangen wir dann final zu unserer Unterkunft.

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