Gipfel sammeln bei Oberstdorf

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Wenn die Sehnsucht nach den Bergen zu groß wird, muss man dieser einfach nachgeben. Wir haben am Wochenende zwei wunderhübsche Bergtouren gemacht. Übernachtet haben wir mal wieder im Auto, perfekt für so einen Kurztrip.

Gratrunde über Entschenkopf und Rubihorn

17,4 km; 1.540 m Aufstieg; 1.480 m Abstieg

Uns hat es wieder in die Berge gezogen. Leider auch wieder ein Wochenende mit starker Gewitterneigung, also doch wieder nach Oberstdorf, da habe ich eh noch genug Touren im Tourenvorrat. Das letzte Mal war ich vor einigen Jahren mit den Schneeschuhen am Gaisalpsee. Damals noch mit einem Bekannten, der leider in diesem Jahr durch eine Lawine verstorben ist. Aber im Sommer war ich noch nie hier. 

Als wir um 8 Uhr auf dem Parkplatz eintreffen, erwischen wir mit Glück einen der letzten Plätze, es wird also voll werden. Gut, dass wir uns für eine weniger begangene Route entschieden haben. Durch den Gaisalptobel laufen wir noch im Pulk den Gaisalpbach entlang. Doch dann biegen wir ab hinauf zum Berggasthof Gaisalpe, während die meisten weiter zum Gaisalpsee laufen. Wir schrauben uns immer weiter nach oben. Mal geht es durch herrlichen Wald, mal im Vergleich zu daheim über noch grüne Wiesen. Wir entdecken sogar zum ersten Mal dieses Jahr wenige große Pilze. Je höher wir kommen, desto schöner werden die Ausblicke.

Als wir den Anstieg zum Entschenkopf angehen, wird es richtig steil. Immerhin sehen wir zahlreiche Gämsen in der Ferne. Das Panorama vom Entschenkopf ist überragend. Leider herrscht direkt am Gipfel eine Kolonie fliegende Ameisen, weshalb wir ein paar Meter weiter erst die Aussicht genießen konnten. Von nun an bewegen wir uns immer auf dem Grat Richtung Nebelhorn.   Als wir ein zartes Määääh hören, entdecken wir eine kleine Gams, die leider nicht allzu gut aussieht und scheinbar auf der Suche nach ihrer Mutter ist. Leider können wir nicht viel für das Kleine tun. 

Von oben genießen wir die Sicht auf den unteren Gaisalpsee vor dem Hintergrund des hübschen Rubihorns. Der See selbst ist umgeben von sehr vielen Menschen. Gut, dass wir hier oben sind. Den oberen Gaisalpsee gibt es aktuell fast nicht mehr, nur noch eine kleine Pfütze ist übrig. Es muss eindeutig mal wieder richtig regnen. Kurz bevor wir ihn erreichen, steigen wir wieder ein kleines Stück hinauf auf den Grat.

Im Auf und Ab nähern wir uns nun dem Rubihorn. Mal ist der Weg gut zu gehen, mehrere Male muss man die Hand an den Fels legen und wenige Male ist es abenteuerlich. Hier wird es gleich voller. Hang hat genug Höhenmeter, ruht sich ein wenig aus, während ich noch kurz zum Rubihorn rauf gehe. Danach beginnt der lange Abstieg. In zahlreichen Serpentinen kommen wir dem unteren Gaisalpsee immer näher. Als wir ihn erreichen, wollen wir auch gleich wieder weg. Viel zu viele Menschen, am Ufer ist ein Gewusel. Uns ist das zu viel. Leider laufen wir am weiteren Abstieg im Gänsemarsch mit den anderen Wanderern hinab. Der Planet brennt auf uns herab und wir wünschen uns sehnlichst ein kühles Weizen. Da kommt die untere Richteralpe genau richtig. Gut erfrischt wandern wir auf dem Fahrweg zurück zum Auto. 

Und tatsächlich: schon beim Abstieg ziehen dunkle Gewitterwolken über die Berggipfel heran und als wir uns die Pizza später schmecken lassen, kommt ein kleines Gewitter herunter. Leider noch nicht genug, aber am Sonntag soll es auch noch mal gewittern.

Weitere Details zur Tour findest du bei Komoot.

Auf den Grünten, Wächter des Allgäus

13,7 km; 1.050 m Aufstieg; 1.050 m Abstieg

Immer wenn ich in die Oberstdorfer Bergwelt fahre, lacht er mich an. Der Grünten erhebt sich markant aus der Landschaft. Deshalb hat er sich seinen Spitznamen Wächter des Allgäus erworben. Endlich habe ich es geschafft, ihn zu besteigen. Wir starten am Wanderparkplatz der Starzlachklamm in Winkel. Ich hatte mir diese Tour irgendwoher gezogen. Leider stellte ich etwas zu spät fest, dass der erste Abschnitt leider auf keinem offiziellen Wanderweg erfolgt. Aktuell ist der Weg nicht mehr so leicht machbar, deshalb bitte von Anfang an auf offiziellen Wanderwegen gehen.

Das nächste Stück verläuft zuerst auf einem breiten asphaltierten Forstweg, der bald in Kies übergeht und dann immer steiler und schmaler wird. Die meiste Zeit schraubt sich der Weg durch hübschen Wald. Erst kurz vor dem Grüntenhaus verlassen wir den Wald. Schon können wir den markanten Sendemast des Bayerischen Rundfunks im Hintergrund sehen. Leider ist das Grüntenhaus aktuell wegen Wassermangel geschlossen. Man kann sich aber selbst in einer Getränkekammer bedienen und dann in bar oder per Paypal zahlen. Sehr nett! Nach einem absolut leckeren Holderweizen gehen wir weiter.

Bald erreichen wir den Sendemast. Um diesen herum geht es mit schönen Ausblicken auf die Nagelfluhkette und den Alpsee weiter zum Jägerdenkmal auf dem Grüntengipfel. Das Bergpanorama und der Blick ins Alpenvorland ist genial. Heute sind die Berggipfel leider etwas diesig verschleiert, es sieht so aus, als könnte es später noch etwas gewittern. Wir gehen bis zum Sendemast auf gleichem Weg zurück, biegen dann aber auf einen anderen Abstieg ab. In endlosen Stufen und Kehren entfernen wir uns vom Gipfel und der Höhe. Beim Abstieg kommen wir an mehreren Alpen vorbei. 

An der Alpe Topfen wird es voll. Hier kehren die Besucher der Starzlachklamm ein. Diese ist unser nächstes Ziel. Von oben steigen wir steil hinab in die Klamm. Es herrscht reger Gegenverkehr, die meisten kommen von unten. Die Klamm ist nicht ganz so beeindruckend wie die Breitachklamm, aber dennoch einen Besuch wert. Vor allem kann man hier Canyoning buchen. Wir beobachten mehrere Gruppen, wie sie sich in die Pools stürzen. Vom Ende/Einstieg der Klamm laufen wir dann noch gemütlich zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurück. 

Weitere Details zur Tour findest du bei Komoot.

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