GR20 – Tag 15: Refuge d‘i Paliri – Conca

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Finale, oho, Finale! Heute wurde jeder Kilometer dieses wunderschönen Trails zelebriert und wir hatten es alle nicht eilig, den Weg zu Ende zu bringen. Begonnen hat der Tag mit einem phänomenalen Sonnenaufgang. Gefolgt von Gruppenfotos nach dem Frühstück! Schließlich müssen wir ja unsere Trail Family für die Ewigkeit festhalten. Während die anderen zusammen los marschierten, wollten wir den Weg zu zweit genießen. Wir wandern durch hübschen Kiefernwald leicht bergab, so wie heute die meiste Zeit der Weg bergab führen sollte. 

Sobald wir den Wald verlassen, haben wir geniale Panoramen Richtung Küste. Überall erhaben sich hübsche Felsengebilde aus der Landschaft. Unerwartet geht es dann noch ein gutes Stück steil nach oben. Je höher wir kommen, desto heißer wird es und wir sind ganz schön am Schwitzen. Wir können uns nicht vorstellen, wie man im Sommer den GR20 wandern kann. Oben angekommen, machen die anderen gerade Pause und genießen genauso wie wir die Landschaft. 

Über von Wasser geschliffenen Felsenrinnen geht es wieder hinab. Freie Flächen wechseln  sich mit Baumbewuchs oder Büschen ab. Sobald sich die Landschaft öffnet, können wir jetzt schon das Meer mit den herrlichen Buchten in der Ferne sehen. In einem Tal treffen wir in einer Kurve wieder die anderen. Sie haben einen Wasserfall mit mehreren Pools entdeckt und strecken die Füße ins Wasser. Ich begebe mich auf Erkundung und entdecke zwei kleine Frösche. Libellen schwirren hier auch umher. 

Leider geht es jetzt noch einmal hoch, nicht mehr so steil und auch nicht mehr so lange wie zuvor. Von oben sehen wir schon, wie sich der weitere Weg entlang des Berges zieht. An dessen Ende angekommen, geht es nur noch 2 km hinab nach Conca, das letzte Stück auf einer schmalen asphaltierten Straße. Wir erreichen das Ende des GR20 an der Dorfbar. Am GR20-Schild befindet sich auch ein Friedhof für ausgemusterte Wanderstöcke. Eine beachtliche Anzahl. Wir belohnen uns mit einem großen Bier und essen ne Kleinigkeit, bevor wir pünktlich um 2 den Wanderbus erwischen. Wir beide steigen am nächsten Ort aus und der ganze Bus mit unseren neuen Freunden jubelt uns zum Abschied zu. Ich gebe zu, 1-2 Tränen verdrückt zu haben. Die Nacht verbringen wir in einem Baumzelt auf dem örtlichen Campingplatz, bevor es morgen mit dem Bus nach Bastia geht.

Am Ende möchte ich noch ein kleines Fazit ziehen. Wenn man von den hygienischen Bedingungen (die eine Hütte nennen wir nur noch Mangapoo) und von der Masse der Wanderer absieht, ist der GR20 ein traumhafter Weg. Die Schönheit Korsikas haben wir so trotz unserer hohen Erwartungen nicht erhofft. Ist der GR20 nun der anspruchsvollste Trail Europas?! Schwer zu sagen. Er hat gerade im Nordteil seine schwierigen Stellen, die man aber alle gut meistern kann. Ja, es hat nicht immer mit Wandern zu tun, sondern es ist stellenweise auch ein wenig klettern dabei. Einzelne Abschnitte ähnlicher Schwierigkeit findet man aber auch auf anderen Touren in den Alpen, aber in der Häufigkeit ist es sicherlich selten so wie auf dem GR20.

Weitere Details zur Route findest du auf Komoot.

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